Erinnert ihr euch noch an den Beitrag, eine halbe Ewigkeit ist’s her, der einen ganz ähnlichen Titel trug? „Immer den bunten Linien nach: schneller ans Ziel mit mehr Vorarbeit?“ ?

Wenn ja, dann erinnert ihr euch vielleicht noch daran, dass ich darin eine neue Arbeitsmethode vorgestellt hatte. Diese Herangehensweise wollte ich ausprobieren und sehen, ob sie meine Fortschritte positiv beeinflussen würde. Ich hatte auch angekündigt, einen Folgebeitrag zu schrieben, sobald ich ein bisschen etwas zu meinen Erfahrungen damit zu sagen hatte. Nun, der heutige Beitrag ist dieser Beitrag. Wenn ihr euch also den Ersten noch einmal durchlesen wollt ist das kein Problem, ich verlinke ihn hier.

Wie funktioniert’s?

Zur Auffrischung: Die Idee hinter dieser Methodik war, die Geschichte genauer durchzuplanen, bevor es ans Schreiben geht. Ich hatte damit begonnen, Zeitleisten mit den verschiedenen Handlungssträngen zu zeichnen, um genau zu sehen, in welchen zeitlichen Zusammenhang die wichtigen Ereignisse zueinander stehen. Dann schrieb ich detaillierte Beschreibungen der einzelnen Kapitel und Szenen, um schon im Voraus zu wissen, was genau passieren sollte. Die Hoffnung war, dass mir das beim Schreiben später Zeit sparen könnte.

Was hat sich seit dem geändert?

Das Wichtigste zuerst: Selbst der strengste Kapitelplan kann mich nicht vom Improvisieren abhalten. Das habe ich gelernt. Im Plan steht etwas von einer lockeren Atmosphäre und Entspannung für die Charaktere? Ein bedrücktes Beisammensein gefällt mir gerade aber besser. Ich habe dieses kleine Stück Handlung vergessen? Egal, funktioniert auch so.

Die Geschichte funktioniert immer noch dynamisch und hat ihren eigenen Willen.  Das ist gut so. Manchmal führt eine ausformulierte Szene nun einmal in eine Richtung, die man in den Stichpunkten noch nicht erahnen konnte. Etwas Nachbesserung hat da noch niemandem geschadet, eher im Gegenteil. 

Eine Auswirkung der Methode ist allerdings auch, dass ich noch stärker auf mein Notizbuch abgewiesen bin. Ich habe teilweise über zwei Seiten Notizen für nur ein Kapitel. Das kann ich mir nicht alles merken. Wo immer ich beschließe, zu arbeiten, muss ich auch das Notizbuch griffbereit haben, um nichts wichtiges zu vergessen.

Haben sich die Hoffnungen erfüllt?

Wie man es nimmt. Schreibe ich schneller? Nein, ich denke nicht. Es kommt immer noch vor, dass ich bei langsamen Szenen oder Übergängen ins Schwimmen gerate und nicht so recht weiß, womit ich diese Lücken füllen soll. Nach wie vor frisst diese Unschlüssigkeit Zeit. Hinzukommt, dass die Vorbereitung ziemlich zeitintensiv ist. Einer der Gründe, aus denen dieser Blogbeitrag erst so spät erscheint, ist, dass es mich Monate gekostet hat, meine Zeitleisten und Pläne zu schreiben.

Ein Reinfall also? Wieder nein. Mein Schreibtempo hat sich zwar nicht verbessert, aber dafür meine ich, einen Anstieg an Qualität zu beobachten. Ich habe dank der Vorbereitung ein besseres Verständnis dafür, In welche Richtung sich einzelne Handlungsstränge und Charakterentwicklungen bewegen. Ich habe das Ziel vor Augen. Plotholes und unnütze Szenen fallen schneller auf und können beseitigt werden, bevor viel Arbeit in sie investiert wurde. Ich kann die einzelnen Elemente besser koordinieren und aufeinander abstimmen.

Als kleiner Bonus habe ich so auch die Möglichkeit, Kampfszenen, die mir sonst große Schwierigkeiten bereiten, genauer zu choreographieren. 

Ich habe noch nicht sonderlich viel mit meiner neuen Methode geschafft, erst ein paar Kapitel. Zumindest bei meiner Wattpadgeschichte „Batsong“ bin ich allerdings echt begeistert davon, wie viel besser das Schreiben so geklappt hat.

Ich schreibe vielleicht nicht schneller, aber dafür, denke ich, besser. Und das ist mindestens genauso viel Wert, wenn nicht mehr.

Meine neue Methode behalte ich also erst einmal bei – so lange, bis mir etwas neues Einfällt 😉

Bis dahin: Habt eine schöne Zeit, und bis zum nächsten Mal!

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