Frauke Mählmann

Autorenblog

Monat: Februar 2019

Fragen, die auch niemand beantworten kann

  1. Warum fallen einem die meisten Dinge ein, wenn man flach auf dem Boden liegt?
  2. Warum schließt „die meisten Dinge?“ nicht die Antwort auf 1. mit ein?
  3. Warum vergisst man Ideen zum Schreiben immer gerade dann, wenn man sich an den Laptop setzt?
  4. Warum habe ich mir schon wieder keine Notizen gemacht?
  5. Wieso schreien meine Buchcharaktere sich schon wieder an?
  6. Warum dauert es manchmal eine halbe und manchmal sechs Stunden eine Seite zu schreiben?
  7. Wissen Raupen, dass sie zu Schmetterlingen werden, wenn sie sich verpuppen?
  8. Warum kommen die guten Filme immer dann in die Kinos, wenn ich Klausuren schreibe?

Das war es für diese Woche von mir – zu nächster Woche habe ich dann auch wieder meinen Kram soweit sortiert, dass ich einen vernünftigen Beitrag schreiben kann.

Genießt eure Woche, wenn ihr genauso gutes Wetter habt wie wir hier im Augenblick und wenn nicht, genießt sie trotzdem!

Eine schöne Woche euch allen!

Wörter und die Geschichte dahinter #2

In meinem Beitrag letzte Woche bin ich ja ein wenig auf Sprachfamilien, ihre Verbreitung und ihre Bedeutung eingegangen – aber eher allgemein.

Wie viel Bedeutung in einem Wort alleine stecken kann, würde ich in dieser Woche gerne an einem konkretem Beispiel demonstrieren, und zwar an….

… meinem Namen.

Genau, an meinem Namen.

Wie sehr schön dick und fett oben auf dem Banner zu lesen ist, lautet mein Vorname „Frauke“. Er ist eher so mittelmäßig bekannt, würde ich sagen – man hat ihn im Normalfall schon einmal gehört, er ist aber nicht das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man Vornamen aufzählen soll.

Der Name „Frauke“ stammt aus dem Friesischen, aus der nördlichen Gegend Deutschlands und einigen angrenzenden Gebieten also, und war ursprünglich, und ist es eigentlich heute noch, obwohl er nicht mehr so benutzt, eine simple Verniedlichung des Wortes „Frau. Wenn man es genau übersetzt heißt es „kleines Frauchen.“

So weit, so gut. Der weitaus interessantere Teil ist dann aber auch, das Wort in noch kleinere Bestandteile herunter zu brechen. Es ist jetzt zwar schon eine ganze Weile her, aber als ich mit acht Jahren zur Erstkommunion kam, bekam ich ein Kärtchen geschenkt, auf dem etwas zu meinem Namen stand. Der eigentliche Sinn dieses Kärtchens war, mir meinen ( nicht wirklich existenten) Namenspatron zu erklären, aber es standen auch einige andere Informationen darauf – zwei althochdeutsche Wörter zum Beispiel, die dem Namen sehr ähnlich sind und wohl auch in ihn mit eingeflossen waren.

Das erste Wort war „frouwa“, dass sich als „Frau“ oder auch als „Herrin“ übersetzten lässt. Darin schwingt ein gewisses Ansehen mit, das vermutlich eher einer etwas älteren Person entgegen gebracht werden würde, die sich auch dementsprechend verhielt.

Das zweite Wort ist „frawa“, was einfach nur „fröhlich“ bedeutet. Das Wort wird mit einer gewissen Leichtigkeit oder Sorglosigkeit in Verbindung gebracht.

Schmeißt man diese beiden Wörter zusammen, macht es tatsächlich Sinn, dass daraus so etwas wie „kleines Frauchen“ wird : „frouwa“, als Frau, möglicherweise mit den Pflichten, die eine erwachsene Frau zu tragen hat oder hatte ( die Sprache stammt ja schließlich aus einer anderen Zeit), wird mit dem Wort „frawa“ gewissermaßen verdünnt und in etwas leichteres, gelösteres verwandelt: Eine junge Frau, ein Mädchen, vielleicht noch ein Kind, „Kleines Frauchen“, Frauke.

Nur um euch noch einmal vor Augen zu führen, wie viel in einem Wort tatsächlich stecken kann.

Ein schönes Wochenende noch!

Wörter und die Geschichte dahinter

Wörter sind mit das Alltäglichste unseres Lebens. Wir benutzen sie ganz unbewusst zur Kommunikation, sei es in schriftlicher oder in gesprochener Form. Viel zu selten wird darüber nachgedacht, dass hinter jedem einzelnen dieser Wörter eine Entwicklung steht, in der sich oft Bedeutungsnuancen oder ein sich wandelnder Gebrauch wiederspiegelt. Besonders, wenn man auf die Wurzeln der Wörter schaut, kann es interessant werden.

So kann man anhand von Sprache zum Beispiel sogar einige Wanderungen in der Frühgeschichte der Menschheit nachvollziehen.

Dass viele europäische Sprachen ihre Wurzeln im Lateinischen haben ist allgemein bekannt und nicht weiter verwunderlich, lagen doch sämtliche Gebiete im Einflussbereich der Stadt am Tiber, – aber wusstet ihr, dass Deutsch nicht zu dieser Sprachfamilie gehört?

Deutsch grenzt sich nämlich insofern von den Sprachen seiner westlichen Nachbarn ab, als dass es zu den sogenannten indogermanischen Sprachen zählt. Was diese Sprachfamilie so interessant macht, ist ihr weites Verbreitungsgebiet, dass es schon seit sehr früher Zeit gibt. So gehört auch das alte indische Sanskrit zu dieser Sprachfamilie.

Genau, ihr habt richtig gehört. Indien.

Übrigens, was ich auch nicht wusste, bis ich für diesen Beitrag recherchiert habe, ist, dass auch die slawische Sprachfamilie, der die Sprachen unserer östlichen Nachbarn angehören, ein Zweig der indogermanischen Sprache ist.

Diese weite Verbreitung wirft die Frage auf: Wie kann da sein? Die Verbreitung der Romanischen Sprachen zum Beispiel lässt sich einfach erklären: Sie erfolgte durch Eroberung. Erst im antiken Zeitalter durch die Römer und dann, später, als Europa in alle Ecken der Erde aufbrach, durch spanische Conquistadore, englische Siedler und französische Kolonialisten. Aber die indogermanischen Sprachen? Ihre Verbreitung liegt schon sehr früh sehr gestreut vor , wie sich in den alten Sprachen zeigt, die sich schon damals in Asien und Europa fanden.

Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass die indogermanischen Sprachen alle auf eine Sprache zurückgehen. Das Volk, dass diese gesprochen hat, hat sich wohl irgendwann in Bewegung gesetzt und wanderte in die verschiedensten Richtungen davon – mit ihrer Sprache im Gepäck. Sie gelangten nach Ost- und Mitteleuropa, aber auch auf den indischen Subkontinent, und wo auch immer sie sich niederließen, wurde ihre Sprache den neuen Gegebenheiten angepasst. So entwickelten sich die verschiedenen Sprachen der Sprachfamilie.

Aufgrund dieses Umstandes kann man übrigens auch den ursprünglichen Lebensraum dieses Volkes rekonstruieren: Wörter wie „Birke“ haben in den meisten dieser Sprachen nach wie vor einen ähnlichen Wortstamm. Man geht also davon aus, dass diese Wörter schon in der Ursprungssprache enthalten waren und folglich im Leben derer, die sie Sprachen, eine Rolle gespielt haben müssen.

Das nächste Mal, wenn ihr den Mund aufmacht, um etwas zu sagen, denkt also daran: Die Wörter, die ihr benutzt, die Sprache, die ihr sprecht, ist beinahe so etwas wie eine kulturelle DNA, die, wie echte DNA auch, alle Spuren und Verweise auf Herkunft und Wandel trägt.

Ein schönes Woche! Der Beitrag ist leider ein wenig spät geraten – ich bitte vielmals um Verzeihung 😉

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