Man kann Bücher in den verschiedensten Genres und Stilen schreiben, und auch bei der Auswahl des Handlungsverlaufs, der Zeit. in der die Geschichte spielt und den Ort sind einem als Autoren erst einmal keine Grenzen gesetzt.

Aber was für Unterschiede gibt es beim Schreiben von verschiedenen Handlungsorten? Worauf ist zu achten, wenn man seine Charaktere über reale Plätze laufen lässt und worauf, wenn der man als Umgebung eine fiktive Welt ausgewählt hat? Ich wollte heute einfach ein paar meiner Erfahrungen damit teilen.

Wie die meisten von euch sicher wissen, bin ich persönlich eher im Fantasygenre aktiv und lasse meine Geschichten daher meistens nicht in unserer Welt spielen. Für mich hat das den Vorteil, dass ich deutlich freier bin in dem, was ich mit meinen Figuren mache. Ich kann die Gesellschaften, in denen sie leben, selber strukturieren und ihre Lebensumstände gestalten, ohne, dass ich Angst haben müsste von irgendeinem Experten unter den Lesern Realitätsferne vorgeworfen zu bekommen.

Knüpfe ich meine Handlung aber an einen Ort, der innerhalb unserer Realität liegt, muss ich um einiges vorsichtiger sein – zumindest, wenn ich meinen Job gut machen möchte. Der Rahmen, in dem sich die Charaktere bewegen können, ist genauer vorgegeben, Amts-und Autoritätspersonen müssen ungefähr nach denselben Konsequenzen handeln, wie es auch in Echt der Fall wäre und ich kann nicht einfach alles Mögliche in den Raum werfen. Unter Umständen kann das schwieriger sein, auch wenn man sich damit natürlich das Worldbuilding erspart.

Noch stärker wird dieser Bezug zur Realität, wenn man als Ort eine bestimmte Stadt oder eine bestimmte Insel oder sonst etwas ausgewählt hat, die Leute tatsächlich besuchen und sehen könnten. Dann muss man nämlich auch auf die Details dieses speziellen Ortes achten. Hat man als Handlungsort zum Beispiel London festgeschrieben, sollte man zumindest an den bekannten Stellen der Stadt auch zusehen, dass sie ungefähr mit der Realität über einstimmt, was sich natürlich schwierig gestaltet, wenn noch nie zuvor tatsächlich an diesem Ort gewesen ist.

Aus diesem Grund vermeide ich es, wenn ich mich beim Schreiben in einem realistischem Setting bewege, meistens, genaue Ortsangaben zu machen.

So stammt meine Protagonistin Kira aus „Die Insel der drei Völker“ beispielweise aus einer Stadt in Deutschland – und da hört es mit der Ortsangeba eauf.

Denn die Stadt selber ist fiktiv, obwohl sie den Regeln unserer Realität folgt.

Denn, wenn ich die Stadt in meinem Kopf gebaut habe, weiß ich zumindest, wie sie aussieht.

In diesem Sinne: Eine schöne Woche euch allen noch! Genießt die Vorweihnachtszeit!

P.S.: Ich habe mal einen sehr schönen Text zu den Problemen, die auftauchen, wenn man über Dinge, die man nicht kennt, schreibt, gefunden, und zwar im Vorwort von „Emil und die Detektive“. Wenn ihr also Zeit übrig habt und irgendwo noch ein altes Erich Kästner Buch rumfliegt – reinschauen lohnt sich.

Für einige grobe Rechtschreibfehler in der letzten Hälfte des Textes möchte ich mich gerne entschuldigen – Das Programm hat es mir leider unmöglich gemacht, sie zu korrigieren.

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