Frauke Mählmann

Autorenblog

Fragen, die auch niemand beantworten kann

  1. Warum fallen einem die meisten Dinge ein, wenn man flach auf dem Boden liegt?
  2. Warum schließt „die meisten Dinge?“ nicht die Antwort auf 1. mit ein?
  3. Warum vergisst man Ideen zum Schreiben immer gerade dann, wenn man sich an den Laptop setzt?
  4. Warum habe ich mir schon wieder keine Notizen gemacht?
  5. Wieso schreien meine Buchcharaktere sich schon wieder an?
  6. Warum dauert es manchmal eine halbe und manchmal sechs Stunden eine Seite zu schreiben?
  7. Wissen Raupen, dass sie zu Schmetterlingen werden, wenn sie sich verpuppen?
  8. Warum kommen die guten Filme immer dann in die Kinos, wenn ich Klausuren schreibe?

Das war es für diese Woche von mir – zu nächster Woche habe ich dann auch wieder meinen Kram soweit sortiert, dass ich einen vernünftigen Beitrag schreiben kann.

Genießt eure Woche, wenn ihr genauso gutes Wetter habt wie wir hier im Augenblick und wenn nicht, genießt sie trotzdem!

Eine schöne Woche euch allen!

Wörter und die Geschichte dahinter #2

In meinem Beitrag letzte Woche bin ich ja ein wenig auf Sprachfamilien, ihre Verbreitung und ihre Bedeutung eingegangen – aber eher allgemein.

Wie viel Bedeutung in einem Wort alleine stecken kann, würde ich in dieser Woche gerne an einem konkretem Beispiel demonstrieren, und zwar an….

… meinem Namen.

Genau, an meinem Namen.

Wie sehr schön dick und fett oben auf dem Banner zu lesen ist, lautet mein Vorname „Frauke“. Er ist eher so mittelmäßig bekannt, würde ich sagen – man hat ihn im Normalfall schon einmal gehört, er ist aber nicht das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man Vornamen aufzählen soll.

Der Name „Frauke“ stammt aus dem Friesischen, aus der nördlichen Gegend Deutschlands und einigen angrenzenden Gebieten also, und war ursprünglich, und ist es eigentlich heute noch, obwohl er nicht mehr so benutzt, eine simple Verniedlichung des Wortes „Frau. Wenn man es genau übersetzt heißt es „kleines Frauchen.“

So weit, so gut. Der weitaus interessantere Teil ist dann aber auch, das Wort in noch kleinere Bestandteile herunter zu brechen. Es ist jetzt zwar schon eine ganze Weile her, aber als ich mit acht Jahren zur Erstkommunion kam, bekam ich ein Kärtchen geschenkt, auf dem etwas zu meinem Namen stand. Der eigentliche Sinn dieses Kärtchens war, mir meinen ( nicht wirklich existenten) Namenspatron zu erklären, aber es standen auch einige andere Informationen darauf – zwei althochdeutsche Wörter zum Beispiel, die dem Namen sehr ähnlich sind und wohl auch in ihn mit eingeflossen waren.

Das erste Wort war „frouwa“, dass sich als „Frau“ oder auch als „Herrin“ übersetzten lässt. Darin schwingt ein gewisses Ansehen mit, das vermutlich eher einer etwas älteren Person entgegen gebracht werden würde, die sich auch dementsprechend verhielt.

Das zweite Wort ist „frawa“, was einfach nur „fröhlich“ bedeutet. Das Wort wird mit einer gewissen Leichtigkeit oder Sorglosigkeit in Verbindung gebracht.

Schmeißt man diese beiden Wörter zusammen, macht es tatsächlich Sinn, dass daraus so etwas wie „kleines Frauchen“ wird : „frouwa“, als Frau, möglicherweise mit den Pflichten, die eine erwachsene Frau zu tragen hat oder hatte ( die Sprache stammt ja schließlich aus einer anderen Zeit), wird mit dem Wort „frawa“ gewissermaßen verdünnt und in etwas leichteres, gelösteres verwandelt: Eine junge Frau, ein Mädchen, vielleicht noch ein Kind, „Kleines Frauchen“, Frauke.

Nur um euch noch einmal vor Augen zu führen, wie viel in einem Wort tatsächlich stecken kann.

Ein schönes Wochenende noch!

Wörter und die Geschichte dahinter

Wörter sind mit das Alltäglichste unseres Lebens. Wir benutzen sie ganz unbewusst zur Kommunikation, sei es in schriftlicher oder in gesprochener Form. Viel zu selten wird darüber nachgedacht, dass hinter jedem einzelnen dieser Wörter eine Entwicklung steht, in der sich oft Bedeutungsnuancen oder ein sich wandelnder Gebrauch wiederspiegelt. Besonders, wenn man auf die Wurzeln der Wörter schaut, kann es interessant werden.

So kann man anhand von Sprache zum Beispiel sogar einige Wanderungen in der Frühgeschichte der Menschheit nachvollziehen.

Dass viele europäische Sprachen ihre Wurzeln im Lateinischen haben ist allgemein bekannt und nicht weiter verwunderlich, lagen doch sämtliche Gebiete im Einflussbereich der Stadt am Tiber, – aber wusstet ihr, dass Deutsch nicht zu dieser Sprachfamilie gehört?

Deutsch grenzt sich nämlich insofern von den Sprachen seiner westlichen Nachbarn ab, als dass es zu den sogenannten indogermanischen Sprachen zählt. Was diese Sprachfamilie so interessant macht, ist ihr weites Verbreitungsgebiet, dass es schon seit sehr früher Zeit gibt. So gehört auch das alte indische Sanskrit zu dieser Sprachfamilie.

Genau, ihr habt richtig gehört. Indien.

Übrigens, was ich auch nicht wusste, bis ich für diesen Beitrag recherchiert habe, ist, dass auch die slawische Sprachfamilie, der die Sprachen unserer östlichen Nachbarn angehören, ein Zweig der indogermanischen Sprache ist.

Diese weite Verbreitung wirft die Frage auf: Wie kann da sein? Die Verbreitung der Romanischen Sprachen zum Beispiel lässt sich einfach erklären: Sie erfolgte durch Eroberung. Erst im antiken Zeitalter durch die Römer und dann, später, als Europa in alle Ecken der Erde aufbrach, durch spanische Conquistadore, englische Siedler und französische Kolonialisten. Aber die indogermanischen Sprachen? Ihre Verbreitung liegt schon sehr früh sehr gestreut vor , wie sich in den alten Sprachen zeigt, die sich schon damals in Asien und Europa fanden.

Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass die indogermanischen Sprachen alle auf eine Sprache zurückgehen. Das Volk, dass diese gesprochen hat, hat sich wohl irgendwann in Bewegung gesetzt und wanderte in die verschiedensten Richtungen davon – mit ihrer Sprache im Gepäck. Sie gelangten nach Ost- und Mitteleuropa, aber auch auf den indischen Subkontinent, und wo auch immer sie sich niederließen, wurde ihre Sprache den neuen Gegebenheiten angepasst. So entwickelten sich die verschiedenen Sprachen der Sprachfamilie.

Aufgrund dieses Umstandes kann man übrigens auch den ursprünglichen Lebensraum dieses Volkes rekonstruieren: Wörter wie „Birke“ haben in den meisten dieser Sprachen nach wie vor einen ähnlichen Wortstamm. Man geht also davon aus, dass diese Wörter schon in der Ursprungssprache enthalten waren und folglich im Leben derer, die sie Sprachen, eine Rolle gespielt haben müssen.

Das nächste Mal, wenn ihr den Mund aufmacht, um etwas zu sagen, denkt also daran: Die Wörter, die ihr benutzt, die Sprache, die ihr sprecht, ist beinahe so etwas wie eine kulturelle DNA, die, wie echte DNA auch, alle Spuren und Verweise auf Herkunft und Wandel trägt.

Ein schönes Woche! Der Beitrag ist leider ein wenig spät geraten – ich bitte vielmals um Verzeihung 😉

Antike Ironie oder was passiert , wenn man mich mit alten Texten alleine lässt

Viele von euch wissen es wahrscheinlich nicht, aber ich bewege mich langsam, aber sicher auf meine Abitur zu – und damit auch auf mein großes Latinum. Ja, ihr habt richtig gehört, ich gehöre zu den Verrückten, die Latein tatsächlich auch in der Oberstufe weiter belegt haben. In meinem Fall sogar als Prüfungsfach.

Ich kann allerdings nicht sagen, dass ich diese Wahl bereue. Man stolpert doch über das ein oder andere, dass sich als interessant herausstellt, wenn man sich mit einer Sprache herumquält, die vom Großteil der Welt bereits zu Grabe getragen wurde – und eine davon ist der kuriose Imagewandel, denn einige zentrale Werke des antiken Elegikers Ovid, der zur Zeit des Kaisers Augustus schrieb, im letzten Jahrtausend erfahren haben.

Was ich mit Imagewandel meine? Nun ja, wenn man bedenkt, dass Ovids Schriften, hauptsächlich die „Amores“ und die „Ars amatoria“, auf spätere Werke wie die bekannteren Metamorphosen trifft dies nicht zu, zu seinen Lebzeiten als „Die Jungend verderbend“ angeklagt wurden – und heute fest im Kerncurriculum eines Gymnasiums eingeschrieben sind, kann man denke ich davon sprechen, dass sich das Image grundlegend gewandelt hat.

Ovid ist einer von vier Autoren, die in Vorbereitung auf das diesjährige Abitur von Relevanz sind, er reiht sich damit neben Seneca ( Ein Philosoph, der die Lehre der Stoa vertritt), Livius ( Ein Historiker, der die Geschichte Roms niedergeschrieben und dabei das klassische Wertesystem der Stadt am Tiber propagiert hat) und Cicero ( Ein Politiker und großer Rhetoriker, der über Staatsphilosphie schreibt aber leider im Leben immer die falschen Freunde hatte) ein. Was daran so bemerkenswert ist? Das jeder einzelne der drei anderen einen Bildungsanspruch hat, während Ovid bücherlang über ein fiktives ( oder auch nicht, man weiß es nicht so genau) Liebesleben jammert und Tipps verteilt, wie man ein Mädchen im alten Rom aufreißt.

Mein Lateinlehrer würde mir diesen Satz zwar um die Ohren hauen, weil Ovids Stil und schriftstellerische Fertigkeit seinen Platz in der Schule rechtfertigen, aber wenn wir mal ehrlich sind – vor diesem Hintergrund scheint Ovid bildungstechnisch keinen Mehrwert zu haben.

Bis auf eine einzigen Punkt.

Ich habe angefangen, die deutschen Übersetzungen von Ovids Texten zu lesen, und bin doch tatsächlich auf ein Merkmal gestoßen, dass Ovid von allen anderen Autoren, die mir im Lateinunterricht begegnet sind, unterscheidet und das ich für wichtig genug halte, um seinen Texten diese Bühne zu gewähren: Sie führen vor Augen, mehr, als alle anderen antiken Texte, dass es Menschen waren, die damals, vor gut zweitausend Jahren die italienische Hauptstadt bevölkerten.

Ich weiß, Ich weiß. Das ist keine Neuigkeit. Aber habt ihr jemals wirklich an diese Menschen gedacht? Die Antike liegt in so weiter Distanz zu uns, ihre Bewohner zu fernen Geschichtsstereotypen werden. Und die anderen Autoren ändern nicht allzu viel daran. Seneca sinniert über Theorien zum richtigen Leben. Livius feiert Helden, die ihre Hände verbrennen oder sich todesmutig in Flüsse stürzen. Alles schön und gut. Alles sehr lehrreich. Aber weit entfernt von unserer Realität.

Aber eine Seite, auf der das lyrische Ich darüber schreibt, dass seine Freundin sich die Haare gefärbt hat? Das ist eine winzig kleine Situation, die beschrieben wird, fast alltäglich.

Es ist eine Szene aus einem beliebigen Leben. Keine großen wissenschaftlichen Entdeckungen und auch keine Heldentat. Da ist nur ein Mensch.

Und egal, wie ungern ich die Amores lese ( Einiges will man auch einfach nicht wissen!), alleine, um sich das noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, ist Ovid im Kerncurriculum auch abseits des Stils sinnvoll.

Bis nächste Woche!

Poetische Lückenfüller #3

Heute mal ein etwas älteres Exemplar, dass ich der guten alten Zeiten wegen aus den staubigen Notizbüchern ausgegraben habe…

Vor langer Zeit, da saß ein Riese

an dem Felde, auf der Wiese.

Der Abend graut, er hat`s bequem,

es ist ihm auch gut anzusehn.

Er legt sich in das Gras hinein,

die Kuhle wird wohl ewig sein.

Da kommt ein freches Kind daher,

schneidet schnell und ohne Scher`

von dem großen Riesenkopf

ein Haarbüschel, grad aus dem Schopf.

Der Riese war noch nie sehr mild

und merkt er dies, da wird er wild!

Doch das Kind ist ziemlich klug,

holt zur Hilf` fast wie im Flug,

von dem nahen Blumenfeld

die Elfen aus der kleinen Welt.

Denen gelingt, was niemand schafft:

sie setzten die Größe außer Kraft.

Sie schlagen den Riesen, und feiern den Sieg:

Am Tag der Sterne ertönt die Musik.

Und jedes Jahr kehren sie zurück,

schwelgend im Gewinnerglück

und willst du es mit eigenen Augen sehen,

musst du nur zur rechten Zeit am Sessel des Riesen stehen.

Schöne Woche euch allen!

Lokale Bräuche

Als ich meinen letzten Beitrag schrieb, ist mir etwas aufgefallen:

Ich hatte gerade die perfekte Möglichkeit verpasst, euch allen ein Wort/ einen Gruß um die Ohren zu hauen dass/den kein Mensch verstanden hätte und dann drei Absätze damit verbringen können, diese ominöse Aneinanderreihung von Buchstaben zu erklären – der Beitrag hätte sich quasi von selbst geschrieben!

„Es ist schon Schade“, habe ich gedacht, während ich den letzten Beitrag veröffentlichte, „Dabei könnte dieser Blog von Zeit zu Zeit ein wenig Abwechslung von Büchern gebrauchen – tja, es sollte wohl einfach nicht sein!“

Aber nichts da! Ideen für Beiträge sind viel zu wertvoll, als dass man sie einfach so wegen einer verpassten Gelegenheit links liegen lässt, also habe ich sie wieder aufgehoben, recycelt und in diesem Beitrag verbraten.

Lokale Bräuche!

Ja genau, ein Thema, dass bei genauerem Hinschauen beinahe genauso interessant ist wie jedes Fantasybuch!

(Ich meine das ernst, wenn ihr jemals die Chance habt ein Buch mit Sagen aus eurer Wohnumgebung in die Finger zu kriegen, nehmt es! Nach der Lektüre seit ihr auf jeden Fall Experten dahingehend, in welchen Tümpel angeblich Meerjungfrauen hausen und welcher Acker genau verflucht ist)

Einige von euch wissen vielleicht, dass ich in einer eher ländlichen Gegend wohne, dass bedeutet, ein Haufen mittelgroßer bis kleiner Dörfer liegt dicht aneinander, alle pflegen ihre scherzhaften Fehden untereinander und hinter jedem Ortsschild variieren gewisse Bräuche auf verschiedenste Art voneinander.

Nach gründlichem Austausch mit alten Klassenkameraden meine ich behaupten zu können, dass mein Heimatort traditionstechnisch am meisten zu bieten hat. ( Ohne Angeben zu wollen, natürlich 😉 )

Wie ich zu dem Schluss komme? Ganz einfach! In keinem unserer Nachbardörfer ist es so einfach für Kinder, um die Jahreswende herum den größtmöglichen Vorrat an Süßigkeiten zusammenzuklauben wie hier!

Zu Sylvester und Neujahr hat man hier nämlich gleich zweimal die Chance alle Häuser er erweiterten Nachbarschaft abzuklappern und Süßigkeiten zu erbitten. ( Für die, die aus dem Süßigkeitenalter heraus gewachsen sind, ist etwas stärkeres, das aus Flaschen ausgeschenkt wird, üblich, aber für mich hatten diese Bräuche nur als ich jünger war eine wirkliche Wichtigkeit, deswegen bleibe ich fürs erste bei der Kinderperspektive).

Den Anfang dieser beiden Bräuche macht am Silversterabend das sogenannte „Ümmekleren“, das vielleicht entfernt an Halloween erinnert: Kinder verkleiden sich als irgendeine Gruselgestalt. Wichtig dabei: Das Gesicht darf nicht zu sehen sein.

Wenn es dunkel wird, macht man sich dann auf den Weg und klingelt an diversen Häusern. Das besondere dabei: Man darf kein Wort sagen. Mucksmäuschenstill muss man seine Tüte aufhalten und hoffen, dass man nicht an einen dieser Spaßvögel gerät, die alles versuchen, um einen aus der Gruppe zum sprechen zu provozieren oder zum Lachen zu bringen – denn auch letzteres war zumindest bei und immer ein No-Go.

Ich erinnere mich, dass meine Schwestern und ich den Silvesternachmittag regelmäßig mit „Training“ verbrachten, bei dem einer versuchte den anderen zum lachen zu bringen und der andere natürlich alles tat, damit eben das nicht passierte. ( Wir gingen schließlich immer gemeinsam auf Süßigkeitenjagd, und niemand wollte, dass einer das Ganze versaute in dem er die Kontrolle verlor).

Hintergrund dieses Brauchs ist es wohl, dass vor dem neuen Jahr alle bösen Geister vertrieben werden sollten, woher wohl auch die Verkleidungen rührten.

Am nächsten Morgen, am ersten Januar, ging es dann weiter, und hier hat auch das Wort, dass ich eigentlich so gut im letzten Beitrag hätte verarbeiten können seinen Auftritt: „Minjor!“

Es ist so ziemlich unser Äquivalent zu „Frohes Neues!“ und wird nicht nur von Kindern benutzt, die es Hausbesitzern entgegenschreien um Süßes zu erhalten, sondern auch von anderen die sich in den ersten Tagen des neuen Jahres grüßen.

Was Kinder ( und vielleicht auch einige Ältere, wie gesagt, es gibt nicht nur Süßigkeiten )an diesem Morgen tun nennt sich „Minjor gehen“ und ist im Grunde auch genau das.

Dieses Mal macht man sich ohne Verkleidung auf den Weg und versucht, wenn die Tür eines Hauses geöffnet wird, laut „Minjor!“ zu rufen, bevor die öffnende Person es tut. Auch dafür gibt es Süßigkeiten.

Weil man meistens beide Male ungefähr dieselbe Runde abläut, versuchen einige Leute zu erraten, wer am vorigen Abend als was verkleidet war ( Das hier ist immer noch ein vergleichsweise kleiner Ort, was bedeutet dass jeder jeden und vermutlich auch deren Großmutter kennt, gerade, wenn die Kinder in der Nähe wohnen, und so kann man in den meisten Fällen wohl auch schon an der Personenanzahl und Größe einiges festmachen. Andere greifen auch auf den Schuhtrick zurück, sie merken sich, wer welche Schuhe anhatte), aber auch sonst bleibt man hier und da mal zum reden stehen.

Was diese Bräuche zu bedeuten haben? ich weiß es nicht. Man könnte vielleicht meinen, dass die fehlende Maskierung und die Erlaubnis, zu reden am ersten Januar symbolisch dafür steht, dass die schlechten Geister vom vorherigen Abend jetzt, im neuen Jahr, auch wirklich verschwunden sind, aber ich habe keine Ahnung.

Ich bin nur jemand, der an einem Punkt seines Lebens erschrocken feststellen musste, dass es sich bei diesen Bräuchen nicht um eine universal Anerkannte Einrichtung handelte. Seien wir ehrlich. Wenn man klein ist, dann ist die Vorstellung, dass irgendjemand etwas anders macht als man selbst das abwegigste der Welt.

Was für Bräuche gibt es in eurer Heimat?

Eine schöne Woche euch allen!

Lovelybooks – Ein Erfahrungsbericht

Meine Leserunde, die ich auf Lovelybooks vor einigen Monaten begonnen hatte, läuft zwar immer noch, das Meiste ist aber schon gelaufen, und so halte ich es für angebracht, schon mal ein Zwischenfazit zu ziehen:

Im Großen und Ganzen war diese Leserunde eine großartige Erfahrung. Ich bin wirklich froh, dass ich mich dazu entschlossen habe, denn es hat sich wirklich gelohnt.

Die Leserunde hat mir einen direkten Austauch mit Menschen, die mein Buch lesen ermöglicht und war somit eine erste wirkliche Quelle der Rückmeldung für mich.

Vor Beginn der Leserunde hatte ich etwas Sorge, dass das Ganze sich eher dahingehend entwickeln würde, dass ich nichtssagende Kommentare erhalten würde und vielleicht einige Gewinner sich nicht einmal zu Wort melden würden, aber diese Angst war definitiv unbegründet.

Es hat mir großen Spaß gemacht, die Meinungen von anderen zu meinem Buch zu hören und mit ihnen darüber zu schreiben. Die meisten konnten gut erklären, wie einzelne Passagen auf sie wirkten und warum, ich habe auch viel konstruktive Kritik erhalten, die ich hoffe im Hinblick auf mein zweites Band umsetzten zu können.

Einige kleine Ärgernisse hat es aber auch gegeben: So hatte ich beispielsweise sieben Bücher zur Verlosung ausgeschrieben, abgeschickt habe ich letztendlich nur sechs. Warum? Eine Person hatte sich anscheinend mit zwei verschiedenen Accounts beworben, was mir aber erst auffiel, als in meiner Liste derselbe Name mit derselben Adresse zweimal auftauchte.

Abgesehen davon kann ich Lovelybooks für Autoren nur empfehlen!

Ich bedanke mich auch an dieser Stelle nochmal bei all den wundervollen Lesern, die an meiner Leserunde teilgenommen haben und mir somit mit ihrer Meinung und ihrer Kritik sowohl geholfen haben, mein Buch ein bisschen besser einzuschätzen als auch einige Fehler zu erkennen und für die Zukunft zu verbessern.

Danke Leute!

Allen Übrigen natürlich auch danke fürs Lesen dieses Eintrags, ein frohes Neues Jahr und eine schöne Woche!

Guten Rutsch!

Ein bisschen verfrüht zwar, aber es ist nun einmal meine letzte Gelegenheit vor Sylvester:

Guten Rutsch ins neue Jahr!

Frohes Fest und Grund zur Feier

Am heiligen Abend melde ich mich dann auch noch mal, um euch allen ein wirklich, wirklich frohes Fest zu wünschen!

Außerdem möchte ich mich noch einmal für den verspäteten Eintrag entschuldigen – ich hoffe, ihr verzeiht es mir. Ich habe auch eine gute Ausrede: Seit letztem Freitag bin ich jetzt auch endlich achtzehn Jahre alt…. Yay!

Genießt die Zeit mit der Familie und nutzt sie zum Durchatmen.

Wunderbare Feiertage!

Fiktive und realistische Handlungsorte

Man kann Bücher in den verschiedensten Genres und Stilen schreiben, und auch bei der Auswahl des Handlungsverlaufs, der Zeit. in der die Geschichte spielt und den Ort sind einem als Autoren erst einmal keine Grenzen gesetzt.

Aber was für Unterschiede gibt es beim Schreiben von verschiedenen Handlungsorten? Worauf ist zu achten, wenn man seine Charaktere über reale Plätze laufen lässt und worauf, wenn der man als Umgebung eine fiktive Welt ausgewählt hat? Ich wollte heute einfach ein paar meiner Erfahrungen damit teilen.

Wie die meisten von euch sicher wissen, bin ich persönlich eher im Fantasygenre aktiv und lasse meine Geschichten daher meistens nicht in unserer Welt spielen. Für mich hat das den Vorteil, dass ich deutlich freier bin in dem, was ich mit meinen Figuren mache. Ich kann die Gesellschaften, in denen sie leben, selber strukturieren und ihre Lebensumstände gestalten, ohne, dass ich Angst haben müsste von irgendeinem Experten unter den Lesern Realitätsferne vorgeworfen zu bekommen.

Knüpfe ich meine Handlung aber an einen Ort, der innerhalb unserer Realität liegt, muss ich um einiges vorsichtiger sein – zumindest, wenn ich meinen Job gut machen möchte. Der Rahmen, in dem sich die Charaktere bewegen können, ist genauer vorgegeben, Amts-und Autoritätspersonen müssen ungefähr nach denselben Konsequenzen handeln, wie es auch in Echt der Fall wäre und ich kann nicht einfach alles Mögliche in den Raum werfen. Unter Umständen kann das schwieriger sein, auch wenn man sich damit natürlich das Worldbuilding erspart.

Noch stärker wird dieser Bezug zur Realität, wenn man als Ort eine bestimmte Stadt oder eine bestimmte Insel oder sonst etwas ausgewählt hat, die Leute tatsächlich besuchen und sehen könnten. Dann muss man nämlich auch auf die Details dieses speziellen Ortes achten. Hat man als Handlungsort zum Beispiel London festgeschrieben, sollte man zumindest an den bekannten Stellen der Stadt auch zusehen, dass sie ungefähr mit der Realität über einstimmt, was sich natürlich schwierig gestaltet, wenn noch nie zuvor tatsächlich an diesem Ort gewesen ist.

Aus diesem Grund vermeide ich es, wenn ich mich beim Schreiben in einem realistischem Setting bewege, meistens, genaue Ortsangaben zu machen.

So stammt meine Protagonistin Kira aus „Die Insel der drei Völker“ beispielweise aus einer Stadt in Deutschland – und da hört es mit der Ortsangeba eauf.

Denn die Stadt selber ist fiktiv, obwohl sie den Regeln unserer Realität folgt.

Denn, wenn ich die Stadt in meinem Kopf gebaut habe, weiß ich zumindest, wie sie aussieht.

In diesem Sinne: Eine schöne Woche euch allen noch! Genießt die Vorweihnachtszeit!

P.S.: Ich habe mal einen sehr schönen Text zu den Problemen, die auftauchen, wenn man über Dinge, die man nicht kennt, schreibt, gefunden, und zwar im Vorwort von „Emil und die Detektive“. Wenn ihr also Zeit übrig habt und irgendwo noch ein altes Erich Kästner Buch rumfliegt – reinschauen lohnt sich.

Für einige grobe Rechtschreibfehler in der letzten Hälfte des Textes möchte ich mich gerne entschuldigen – Das Programm hat es mir leider unmöglich gemacht, sie zu korrigieren.

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