Frauke Mählmann

Autorenblog

Warum ich „Reckless – Steinernes Fleisch“ von Cornelia Funke liebe

Manchmal kommt es vor, dass man bei all dem Schreiben ganz das Lesen vergisst. Ziemlich Schade, wie ich finde. Deswegen nehme ich mir ab jetzt hin und wieder die Zeit, ein altes Buch aus dem Regal zu kramen und einen Blogbeitrag darüber zu verfassen. Was macht dieses Buch aus? Und warum habe ich es so gerne gelesen? Darum soll es in dieser Reihe gehen. Den Anfang macht, wie der Titel verrät, Cornelia Funkes „Reckless“-Reihe. Ich habe Spoiler vermieden, wenn ihr was das angeht aber sehr empfindlich seid, solltet ihr vielleicht zuerst das Buch lesen.

 

Worum geht es?

Hatte ich nicht neulich noch über Märchen gesprochen? Tja, in diesem Buch erwachen sie alle zum Leben, wenn auch anders, als man es sich vielleicht vorstellt: Als Jacob Reckless den mysteriösen Spiegel im Arbeitszimmer seines Vaters entdeckt, öffnet sich ihm eine neue Welt. Das ist wortwörtlich gemeint, denn der Spiegel entpuppt sich als Portal in eine andere Realität, in der Märchengestalten genauso alltäglich und real sind wie der Sonnenaufgang. Zwölf Jahre später hat er diese Welt zu seinem zweiten Zuhause und sich selbst einen Namen als begnadeter Schatzjäger gemacht. Ein Rapunzelhaar, ein Tischlein-deck-dich, alles kein Problem. Jacob Reckless kann es finden. Doch dann folgt sein Bruder Will ihm hinter den Spiegel und fällt einem gefährlichem Fluch zum Opfer. Was folgt ist ein Rennen gegen die Zeit, das Jacob nur sehr ungern verlieren würde…

Worldbuilding

„Was willst du hier?“, flüsterte die fremde Nacht ihr zu, „welche Haut soll ich dir geben? Willst du Fell? Willst du Stein?“

Cornelia Funke, „Reckless – Steinernes Fleisch“

Ich glaube, ich habe selten so viele Sagen und Erzählungen so nahtlos in eine gemeinsame Geschichte einfließen sehen. Die bekanntesten Märchen der Grimms sind alle irgendwo in die Kulisse der Spiegelwelt eingepinselt, auf herrlich unaufdringliche Art. Dabei schwingt dem Ganzen auch ein Gefühl der Entzauberung mit: Ja, Märchen sind real. Und sie sind ziemlich bedrohlich, dreckig und angsteinflößend, wenn man nicht mit ihnen umzugehen weiß. Am Rande der Geschichte landen Jacob und seine Begleiter in einem mit Rosen zugewucherten Schloss. Doch der Prinz ist dort wohl nie angekommen: Die Prinzessin samt Gefolge sind mittlerweile nahezu mumifiziert. Ungefähr die Hälfte der Wesen am Wegesrand hat es auf Leib und Leben der Protagonisten abgesehen, und die Adeligen intrigieren hinter dem Spiegel genauso wie in den Geschichtsbüchern.

Obwohl so viele Märchen und Legenden im Hintergrund präsent sind, gelingt es, eine vollkommen eigenständige Geschichte zu erzählen. Die alten Sagen sind nur das Bühnenbild, vor dem die Brüder reiten, oder, viel mehr noch, das Werkzeug in Jacobs Tasche.

Es gibt auch einige Elemente, die nicht aus Märchen entnommen wurden. Die gefürchteten Goyl, die sehr wichtig für den Verlauf der Geschichte sind, existieren zum Beispiel nur in diesem Buch.

Was ich persönlich immer sehr gerne an dem Buch mochte, waren die kleinen Spielereien in der Namensgebung. Das fängt schon bei Will und Jacob Reckless selbst an: Es wird wohl kaum ein Zufall sein, dass so viele der Geschöpfe, denen sie begegnen, von ihren Namensvettern Jakob und Wilhelm Grimm zu Papier gebracht wurden.

Im Vergleich dazu hat es wirklich viel zu lange gedauert, bis mir auffiel dass Ähnliches auch mit den Namen der Länder hinter dem Spiegel passiert war. Hier wird allerdings mit den Namen realer Länder gespielt: Das Land, in dem Jacob sich aufhält, trägt beispielsweise den Namen „Austrien“ und wir von der Hauptstadt „Vena“ aus regiert. Klingelt da etwas?

In den späteren Bänden werden übrigens auch die Sagenwelten anderer Länder erkundet, auf ähnliche Weise.

Charaktere

(…) in dieser Welt gab es für alles eine Medizin. Er musste sie nur finden.

Cornelia Funke, „Reckless – Steinernes Fleisch“

Die Charaktere sind ohne Zweifel das Beste an diesem Buch. Jacob Reckless gehört wohl zu den wenigen Fantasyprotagonisten, die den Konflikten ihrer Welt neutral gegenüber stehen. Er verfolgt tatsächlich nur seine eigenen Interessen. Dabei erweckt er allerdings nie den Eindruck von Selbstsucht oder Egoismus, ganz im Gegenteil: Jacob versucht nach Leibeskräften, seinen Bruder und seine Beglieterin Fuchsnzu schützen. Er ist nicht perfekt, sicher, immerhin hat sein Drang, seiner Heimatwelt zu entfliehen, ihn immer weiter von seiner Familie entfernt, aber es macht Spaß, ihn bei seiner Suche zu begleiten. Für Jacob scheint nichts wirklich unmöglich. Er muss nur der richtigen Legende folgen, um irgendeinen Zauber oder Gegenstand in die Hände zu bekommen, der das Problem für ihn beseitigt. Das klappt nicht immer so richtig, aber in den meisten Fällen verschafft es ihm zumindest mehr Zeit.

Diese Neutralität des Protagonisten bringt den Leser in eine ziemlich seltene Situation. In der Welt hinter dem Spiegel herrscht Krieg, die Goyl  gegen die Menschen. Es ist in der Geschichte ziemlich präsent, aber dadurch, dass der Protagonist keine Stellung bezieht, müssen wir das auch nicht. Das Buch erwartet von uns nicht, dass wir eine der Seiten als „Gut“ oder „Böse“ ansehen, und so können wir sowohl mit dem starken Goylkönig Kami`en, den die Menschenwelt fasziniert, als auch mit der berechnenden Kaiserin Therese von Austrien sympathisieren. Wir können es aber auch bleiben lassen.

Auch die anderen Charaktere haben ihr Päckchen zu tragen. Fuchs, die Gestaltenwandlerin mit der schweren Kindheit, deren geliebtes Fell ihr langsam die Lebenszeit raubt, oder Clara, die Krankenschwester, die sich auf der Suche nach ihrem Freund in diese Märchenwelt verirrt hat, und sich jetzt wohl oder übel mit ihren Schrecken anfinden muss. Will, der sanftere der Brüder, verliert sich langsam in dem Stein, den der Fluch einer Fee in seiner Haut wachsen lässt. Die Beziehungen zwischen den Protagonisten ist sehr glaubhaft und sehr schön illustriert, auch ihre persönlichen Sorgen und Nöte kommen immer wieder gut zum Vorschein, ohne zu penetrant zu wirken.

Das Buch bringt es irgendwie fertig, dass man sogar den verschlagenen Zwerg ins Herz schließt, der seine Auftritte nur damit verbringt, Jacob und die anderen (vielleicht) über den Tisch zu ziehen, und der eigentlich nur hinter Jacobs Goldbaum her ist. 

Schreibstil

Und er hörte wieder den Felsen zu. Ließ sie Bilder malen. Und zu Stein machen, was weich in ihm war.

Cornelia Funke, „Reckless – steinernes Fleisch“

Kann mir irgendjemand erklären, wie man die Innere Handlung der Figuren so fließend mit einer Umgebungsbeschreibung verweben kann? Ich habe nämlich keine Ahnung, wie die Autorin das hinbekommen hat. Das einzige,was ich weiß, ist, dass ich mir nur selten so sehr wünsche, Malen oder Zeichnen zu können, wie wenn ich dieses Buch lese. Es gibt einfach so viele Szenen, die direkt als bunte Bilder in meinem Kopf auftauchen, und das ist wirklich unglaublich.  

Viele der Verwandlungen, die verschiedene Charaktere durchlaufen, funktionieren auf zwei Ebenen. Fuchs zieht ihre Tiergestalt ihrer tatsächlichen vor, weil sie die Menschenhaut mit Verletzlichkeit verbindet, und während sowohl Wills Äußeres als auch sein Inneres langsam versteinert, spült es alte Vorwürfe an den abwesenden Bruder nach oben, die der verständnisvolle Jüngere wohl selbst nicht wahrhaben wollte.

Ich könnte vermutlich noch seitenlang weiter über dieses Buch schreiben, aber der Blogbeitrag muss an dieser Stelle dann doch ein Ende finden. Ich hoffe, ihr konntet mit diesem Format etwas anfangen. Es ist etwas, das ich von jetzt an gerne öfter machen würde.

Welche Bücher sind für euch auch nach Jahren noch echte Lieblinge? Lasst es mich ruhig wissen!

Zu guter letzt noch eine Ankündigung: Ich werde hier vermutlich in den nächsten zwei Monaten nichts mehr hochladen. Das ist also für eine Weile der letzte Beitrag. Aber danach bin ich wieder da!

Bis dann, und habt eine schöne Zeit!

Lesung im Dorftreff – Ein Rückblick

Wie vor ein paar Wochen angekündigt, bin ich am 13. Februar mit meinem Buch  im Riester Dorftreff zu Besuch gewesen. Am letzten Donnerstag durfte ich meine Arbeit und mich im Rahmen des sogenannten „1. Riester Abendessens“ ein bisschen vorstellen. Ein paar Auszüge vorlesen konnte ich auch.

Es ist ein wirklich schöner Abend gewesen, wie ich finde. Der Tisch in der „Riesterei“, wie es so schön am Fenster steht, war gut gefüllt, und es hat eine wirklich nette Atmosphäre geherrscht. Auf dem Tagesplan standen zwei Programmpunkte: Einmal das besagte Abendessen und, nun ja, ich. 

Ich muss schon sagen, dass ich recht nervös war, als ich mich zuhause auf den Weg machte. Die Veranstaltung war nämlich gleich in doppelter Hinsicht eine Premiere: Es war das erste Mal, dass ich wirklich vor einer kleinen Menschengruppe etwas aus meinem Buch vorgelesen habe. Bisher hatte ich das nur auf Video gemacht.(Obligatorischer Verweis auf den Blogbeitrag mit der Videolesung). Zusätzlich dazu war es aber auch das erste Mal, dass im Dorftreff das Format des „Riester Abendessens“ durchgeführt wurde. Leider bedeutete das auch, dass ich nicht viel über den Ablauf wusste. Es war ein erstes Mal für alle Beteiligten.

Trotzdem hatte ich mir vollkommen grundlos Sorgen gemacht. Es ist ein nettes Beisammensein geworden, und meine Nervosität hat sich auch bei den ersten Sätzen ziemlich schnell in den Feierabend verabschiedet. Ich hatte meinen Part mit Absicht nicht als Vortrag gestaltet. Stattdessen hatte ich mir eine grobe Struktur überlegt und dann einfach frei erzählt. Ich bin ja sowieso jemand, der immer gerne alte Anekdoten aufwärmt, und so habe ich auf jeden Fall meinen Spaß gehabt. Auch von den Besuchern sind jede Menge gute Fragen zurückgekommen, auf die ich gut eingehen konnte. Letztendlich haben sogar meine Kritzeleien aus der Anfangsphase meines Buches noch einen sinnvollen Zweck erhalten: Als Anschauungsmaterial.

Ich bin wirklich froh, dass ich diese Veranstaltung mitgemacht habe und dankbar, dass ich da sein durfte.

 

Danken möchte ich auch der guten Freundin, die als moralische Unterstützung dazugestoßen ist und mich im Anschluss auf der Suche nach guten Lichtverhältnissen durch den halben Raum gehetzt hat. Erfolglos .

Danke!

Auch an alle anderen, für`s Lesen und/oder Zuhören. 

Eine schöne Woche euch allen!

 

Märchen – Mehr als „Happy ever after“?

Märchen. Jeder kennt sie, jeder hat von ihnen schon gehört. Wenn wir von ihnen reden, meinen wir alte Überlieferungen und Kindergeschichten. Viele denken an Ritter und Prinzessinnen. Dabei haben Märchen auch etwas seltsames an sich: Sie scheinen nie so ganz das zu sein, was sie sein sollten. Wir haben ein Bild von Ballkleidern und „Happy ends“ im Kopf, dabei sind viele von ihnen schon in den ersten Zeilen recht düster. In fast jeder Märchenverfilmung reitet ein Krieger in rasselnder Rüstung durch die Kulissen, dabei wurden diese Geschichten zu Zeiten aufgeschrieben und gesammelt, die eher von Napoleon und scheiternden Revolutionsversuchen in ganz Europa geprägt waren.

Märchen folgen nicht der Realität, weder der ihrer Verfasser, noch der unseren. Trotzdem wurzeln sie in den Dingen, die uns beschäftigen. Ist es also ein Wunder, das wir bis heute nicht von ihnen losgekommen sind? Denn was sind all unsere Adaptionen und Neuerzählungen anderes als das stetige Umstricken des alten Stoffes, der das Genre „Märchen“ erst ausmacht?

Hinter Märchen kann so viel mehr stecken als nur ein Märchen. Deswegen habe ich mir mal ein paar aus der Schublade gesucht und durchgelesen. Was ich gefunden habe? Das hier!

Wiederkehrende Geschichten

Märchen sind oft Variationen von einander. Sie werden schließlich von verschiedenen Menschen in verschiedenen Gegenden unterschiedlich weiter erzählt wurden. Aber auch unabhängig davon gibt es einige Handlungselemente, die oft vorkommen. Ein paar habe ich gesammelt.

„Redemption Arcs“ – von dem Karma kein Entkommen

Mir ist es früher nie aufgefallen, aber in erstaunlich vielen Märchen lässt sich der Hauptcharakter etwas zu Schulde kommen. Im weiteren Verlauf  muss er dann dafür gerade stehen. Es geht darum, dass er seine Lektion lernen.

In dem Märchen „Marienkind“, dass zur Sammlung der Grimms gehört, missachtet das Mädchen einen Befehl der heiligen Maria. Danach lügt sie, um es zu verbergen. Die gesamte weitere Handlung verläuft entlang ihrer Bestrafung – sie wird verstoßen und ihrer Stimme beraubt -und ihren wiederholten Chancen, das Vergehen wiedergutzumachen. Sie bräuchte ihren Fehltritt nur zugeben. Chancen die sie, Mal um Mal, vertut. Erst, als sie fälschlicherweise eines anderen Verbrechens angeklagt wird, wogegen sie sich als Stumme nicht verteidigen kann, ändert sich das. Sie findet sich vor dem Scheiterhaufen wieder und besinnt sie sich eines Besseren. Sie gesteht, bekommt ihre Stimme zurück und kann ihre Unschuld im zweiten Fall bezeugen.

Das Märchen vom König Drosselbart folgt einem ähnlichem Schema: Eine junge Prinzessin macht sich über jeden, der um ihre Hand anhält, derart gehässig lustig, dass sie alles und jeden verscheucht. Ihr Vater droht schließlich, sie mit dem nächsten umherziehenden Bettler zu verheiraten. Eine Drohung, die er wahr macht. Die Prinzessin ist gezwungen, in einfachen Verhältnissen zu leben und ihre hochnäsige Art fallen zu lassen. Als sie beginnt, sich mit den Entbehrungen im einfachen Leben abzufinden, gibt sich ihr Gatte als einer der früheren Interessenten und wohlhabender König zu erkennen und nimmt sie mit auf sein Schloss.

Von ganz Unten nach ganz Oben

Wer liebt sie nicht, die Geschichten, in denen diejenigen den Sieg davontragen, die der Logik nach im Nachteil sind? Das bekannteste Märchen mit diesem Muster ist wohl „Aschenputtel“. Die unterdrückte und ausgenutzte Stieftochter macht eine gute Partie und steht am Ende vor einem besseren Leben.

Aber auch in den häufigen Brüderkonstellationen, ist es immer der Jüngste, der „Dümmste“ oder Verlachteste, der den großen Gewinn absahnt. Der jüngste Müllerssohn bekommt den sprechenden Kater, der ihm zu einem Königreich verhilft, der „Dummling“ teilt sein Essen im Wald mit dem alten Männchen und bekommt als Dank den Weg zur goldenen Gans gewiesen.

Die Benachteiligten sind einfach die natürlichen Sympathieträger. Wir Menschen sehen es gerne, wenn sie gewinnen. Wir können uns in den meisten Fällen auf die eine oder andere Weise mit ihnen identifizieren. Deswegen fühlt ihr Erfolg sich dann so an, als könnten wir auch Erfolg haben. Wir wissen, dass es unrealistisch ist, aber in Märchen geht es dann. In Zeiten, in denen die allgemeine Bevölkerung es aufgrund von wirtschaftlichen oder politischen Verhältnissen schwer hatte, ist dieser Punkt nur noch relevanter.

Geschwister

Da wir gerade beim Thema sind: Geschwister. Derartige Beziehungen tauchen auffällig oft auf. 

In Märchen wie „Die zwölf Brüder“ oder „Die zwölf Schwäne“ ist es jeweils so, dass zwölf ältere Brüder aufgrund eines Zaubers oder Fluches in Vögel verwandelt wurden. Die jüngste Schwester muss diesen Fluch dann brechen, in diesen beiden Fällen durch ein Schweigegelübde. Dies kostet sie beinahe das Leben. In „Die zwölf Brüder“ leistet die Tochter so auch gleichzeitig Wiedergutmachung für einen Fehler des Vaters. Der Fluch ist wie ein Makel auf der Familie, wenn auch aus verschiedenen Ursachen. Die Hoffnung der Älteren ruht dann auf dem jüngsten Mitglied, das als Einzige nicht betroffen ist und somit an der Lösung arbeiten kann.

Ähnlich ist es in dem Märchen vom „Brüderchen und Schwesterchen“, in dem der Bruder von der Stiefmutter in ein Reh verwandelt wird. Die Schwester muss von da an auf ihn aufpassen. In diesem Märschen steht aber eher etwas anderes im Vordergrund, und das ist die Verbundenheit der beiden Geschwister. Sie halten zusammen, selbst als sie vor ihrer Stiefmutter fliehen und er aus dem verwunschenden Brunnen trinkt. Selbst, als sie Königin wird, nimmt sie ihren verwandelten Bruder mit auf ihr Schloss. In einem anderen Märchen schlagen zwei Jäger, Zwillingsbrüder, ein Messer in einen Baum, bevor sich ihre Wege trennen. Wenn einer von ihnen in Schwierigkeiten geraten sollte, soll eine Seite der Klinge zu rosten beginnen. Im Verlauf der Handlung müssen sie sich gegenseitig von diversen Flüchen befreien.

Aber auch unangenehme Geschwisterbeziehungen sind vertreten: Stiefgeschwister stehen in Märchen fast immer in einem tödlichen Konkurrenzkampf zueinander. Dieses Recht haben sie allerdings nicht für sich alleine gepachtet: Im Märchen „Dreiäuglein, Zweiäuglein und Einäuglein“ schließen die älteren Geschwister das jüngste aus, weil es nur ein Auge hat, anders als der Rest der Familie. 

Spaßgeschichten

Und dann gibt es natürlich noch die Märchen, die einfach nur da sind, um ein paar Lacher aus den Zuhörern herauszukitzeln. „Das Märchen vom Schlauraffenland“ zum Beispiel, ist purer Nonsens, und das mit voller Absicht. Und auch die sehr kurze Geschichte vom „Mädchen von Brakel“ ließt sich eher wie ein Witz. Die Komik entsteht aus offensichtlichen Dummheiten, die die Charaktere begehen (Die Tür abschließen und dann denken „Hm, sicherer wäre die Tür doch, wenn ich sie mitnähme“ und in Folge die Tür abmontieren), oder einer Person, die alles wortwörtlich nimmt (Jemandem „schöne Augen zu zuwerfen – also, wirkliche Augen, die man zuvor einer Kuh ausgestochen hat).

Aber selbst in diesen Spaßgeschichten steckt manchmal noch eine kleine Moral: In „Das Lumpengesindel“ zum Beispiel, verhalten sich ein Huhn und ein Hähnchen in dem Wirtshaus, in dem sie übernachten, extrem undankbar und unhöflich. Das Märchen endet damit, dass der Wirt sich vornimmt „kein Lumpengesindel mehr ins Haus zu lassen, dass viel verzerrt aber nichts bezahlt“. Darin steckt wohl eine kleine Warnung, nicht jedem blind zu vertrauen und auch zu erwarten, von Zeit zu Zeit über den Tisch gezogen zu werden.

Auch in einer Geschichte, in der eine Bratwurst, eine Maus und ein Spatz eine Wohngemeinschaft gründen geht es um mehr als nur diese absurde Ausgangssituation. Jeder der drei Mitbewohner hat seine speziellen Aufgaben im Haushalt, die sie aber im Laufe der Geschichte untereinander tauschen. Dies führt zu heillosem Chaos und dem Fazit, das jeder bei seinen eigenen Talenten bleiben sollte.

Kleine Dinge, die mir aufgefallen sind

Wieso findet es niemand komisch, dass die Königstochter in „Der Froschkönig“ selbst zur Tür geht, als es klopft? Das wird ja wohl nicht die Standardprozedur bei Hofe gewesen sein. Ein weiterer Punkt, an dem man erkennen kann, das Märchen aus dem Alltagsleben der Menschen, die sie erzählen, wachsen: Eine Prinzessin öffnet einem Besucher zwar nicht selbst die Tür, aber eine Tochter in den meisten Familien wohl schon.

Und warum finden die letzten paar Sätze, die epilogartig an die Haupthandlung anschließen so wenig Beachtung? Ich meine nicht das „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“, sondern den letzten Fetzen Geschichte, der da manchmal noch dran hängt. „Das tapfere Schneiderlein“ zum Beispiel, endet nicht mit der Hochzeit des Schneiderleins. Vielmehr findet seine Frau danach heraus, dass er in Wirklichkeit ein Schneider ist und unternimmt noch einen Versuch, ihn wieder loszuwerden. 

Mein persönlicher Liebling ist das Ende von „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“: Am Ende des Märchens hat unser Held zwar das Spukschloss erlöst und die Prinzessin geheiratet, aber das Fürchten konnte ihm doch noch keiner zeigen. Das macht das Ganze für ihn zu einem eher unbefriedigenden Abschluss. Zum Glück nervt sein Gebrabbel vom Fürchten seine frisch angetraute Frau irgendwann so sehr, dass sie sich Rat bei ihrer Zimmerzofe einholt. Die clevere Zofe organisiert ihr daraufhin einen Eimer voller Flusswasser, samt kleiner Fische – Eine Ladung, die den Protagonisten endlich das Fürchten lehrt!

Märchen sind ein viel zu großes und viel zu komplexes Thema, um in diesem Blogbeitrag auch nur ihre Oberfläche anzukratzen. Trotzdem wollte ich unbedingt ein wenig über sie schreiben. Märchen sind etwas, mit dem wir uns irgendwann nicht mehr bewusst beschäftigen, und das ist schade. Zwischen ihren Zeilen gibt es so viel zu entdecken. Ich hoffe, ihr konntet mit meiner kleinen Schatzsuche der Nostalgie etwas anfangen. Wenn ihr selbst noch irgendetwas Interessantes in euren Märchenbüchern findet, lasst es mich einfach wissen!

Bis dahin, habt aber noch eine schöne Woche!

Pläne für Februar

Nachdem ich in der letzten Woche den Blogbeitrag ausfallen lassen habe, schaue ich diese Woche mal mit einem kleinen Update rein:

Diesen Februar, am 13. genauer gesagt, bin ich im Riester Dorftreff ( der „Riesterei :)“) als Gast eingeladen. Ich soll ein bisschen was über mich, meine Arbeit und mein Buch erzählen.

Am 13.2 um 19:00 werde ich dann wohl am Dorftreff an der Malgartenerstraße 12 sein.

Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich mich riesig freue. Ich werde wohl auch ein bisschen etwas vorlesen und bin auf jeden Fall gespannt!

Drückt mir die Daumen! Habt eine schöne erste Februarwoche!

Was sich bei mir auf dem SuB so angesammelt hat

Vor lauter Schreiben kann man schon mal das Lesen vergessen. Für das Kaufen von Büchern findet sich trotzdem immer Gelegenheit. Keine gute Mischung, denn bei mir hat sich mittlerweile ein Stapel von ungelesenen Büchern (SuB) angesammelt, den ich dringend abtragen müsste. Aber erstmal muss ich mir mal wieder einen Überblick verschaffen. Und da ich sowieso noch einen Blogbeitrag für diese Woche brauche, nehme ich euch einfach mal mit, auf Safari durch mein Bücherregal.

 

Falsche Hoffnung

„Ich habe meinen SuB fast abgetragen!“, dachte ich im letzten Sommer, „Ich kann endlich wieder ein paar Neue kaufen!“ Fröhlich vor mich her pfeifend schob ich diese drei in meinen Einkaufswagen mit der Erwartung, spätestens in einem Monat mit dem Ersten von ihnen beginnen zu können. Ich habe mich auf ein wenig Abwechslung gefreut (Einen Krimi hatte ich lange nicht mehr gelesen). Stattdessen gehören die drei momentan zur stummen Innendekoration. Manchmal ist mein Optimismus einfach ein Schuss in den Ofen.

 

Auf dem Büchermarkt entdeckt

Um all diejenigen von euch zu beruhigen, die sich stirnrunzelnd fragen, wieso ich denn nach Kauf besagter drei Bücher noch zum Büchermarkt geschlendert bin: Ich hatte rein berufliche Gründe. Also irgendwie, jedenfalls. Der Verein, der meine Einsatzstelle betreibt, veranstaltet mehrmals im Jahr Büchermärkte in der Stadt. Gespendete Bücher, die bei uns abgegeben werden, werden auf einem Basar gegen Geldspenden wieder abgegeben. Ihr werdet euch vielleicht noch an die Bücherkisten erinnern, die mir aus genau diesem Grund untergekommen waren. Klar, das ich mir das zumindest einmal anschauen musste – und ohne Buch konnte ich dann natürlich auch nicht weg.

 

Kaufrausch in Frankfurt

Na, wer erinnert sich noch an diese Schmuckstücke? Ich habe sie in meinem Beitrag zur Frankfurter Buchmesse schon einmal gezeigt, denn da kommen sie her. Nachdem ich eigentlich mit der Erwartung angereist war, wie im vorherigen Jahr wenig zu kaufen, gab es schlussendlich einfach zu viele schöne Bücher im Angebot. Die Tasche auf dem Rückweg war schwer, aber das ästhetische Regalbrett war es wert.

 

Unerwartetes Geschenk

Ich meine, wer sagt schon Nein, wenn einem ein Buch beinahe aufgedrängt wird? Ich habe ehrlich versucht, meine Leseproblematik zu erklären, aber der Vorbesitzer dieses Exemplars fand es sehr wichtig, dass ich das Buch irgendwann einmal lese. Irgendwann werde ich das wohl auch. Aber Irgendwann dauert noch.

 

Noch mehr Geschenke

Ich denke, ich kann von Glück sagen, dass meine guten Freunde sich in diesem Jahr etwas mit den Büchern zurückgehalten haben. Trotzdem sind ein paar Neuzugänge eingetrudelt, die eine Erwähnung wert sind. Ich freue mich auf jeden fall darauf, mich genauer mit ihnen zu beschäftigen. Vielleicht schaffe ich es bis zum nächsten Geburtstag ja? 🙂

 

Die allerneusten Neuzugänge

Zu Meiner Verteidigung: Was soll man schon machen, wenn man einen Thalia-Gutschein zum Geburtstag bekommt? Dass man ein Buch kaufen geht, ist ja wohl klar. Und dass ich dabei über noch ein zweites stolpern würde, dass ich auch unbedingt haben wollen würde, konnte ich ja nun wirklich nicht ahnen. Wie dem auch sei: Diese beiden sind so neu, dass sie noch nicht einmal ins Regal eingeräumt wurden. Ein weiterer Punkt auf der To-Do List. Ich mache mich dann mal an die Arbeit.

Ich muss sagen, mein SuB ist nicht ganz so groß, wie ich vor dem Verfassen dieses Beitrags befürchtet hatte. Wenn ich erstmal mit meinem aktuellen Buch durch bin, sollte ich ihn schnell abtragen können. Wie sieht es bei euch aus? Gähnende Leere oder ein SuB, der nicht mehr zu retten ist? Ich würde mir stark für euch wünschen, dass es keins von beidem ist. 

Ich mach mich dann mal ans Lesen. Eine schöne Woche noch!

Poetische Lückenfüller #8

Es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Abstecher in die Welt der Poesie. Ich habe dafür mal etwas Älteres wieder entdeckt.

 

Gefunden: In meinem Schulkalender aus der elften Klasse

Mutmaßlich entstanden: Während des Lateinunterrichts. 

Viel Spaß damit.

 

Asynthetisches Gejammer,

trikolonisch aufgereiht,

das mit paradoxem Hammer 

das Asyndeton befreit.

Zweifelnde Rethorikfragen

kreisen sie so angstvoll ein,

wie viel kann Ellipse tragen

und muss das nicht ein Klimax sein?

Wortverstecke in Chiasmen,

ironisch, dass es so beginnt:

Metaphern, die um Gnade flehen,

bedecke deine Ohren, Kind!

Träume weiter deine Welt,

bevor das Heer dort Einzug hält.

 

Eine schöne Woche euch noch!

 

(Den letzten poetischen Lückenfüller findet ihr übrigens hier. Ich weiß, ich weiß, es ist schon eine Weile her 😉 )

 

Vorsätze für 2020 – was ich besser machen kann

Für mich ist Schreiben vor allem eins: Ein nie endender Lernprozess. Es gibt immer irgendwelche Dinge, bei denen mir Fehler auffallen, oder Ecken und Kanten, an denen ich polieren muss. Immer wieder muss überprüft werden, ob meine Arbeit die Wirkung erzielt, die sie soll, und ich muss mir dann überlegen, wie ich nachbessere. Ich mache mir im Grunde Vorsätze. Vorsätze zum besseren Schreiben. Und was könnte eine bessere Zeit dafür sein, als Neujahr? Also, werfen wir zusammen einen Blick auf all die Dinge, bei denen ich 2020 nachbessern möchte.

Schreiben

Das Schreiben ist meine ewige Hauptbaustelle. Besonders in diesem Jahr, in dem ich beinahe nur überarbeitet habe, sind mir wieder einige Dinge aufgefallen, an denen ich arbeiten kann – und sollte.

So verwende ich zum Beispiel oft viel zu lange, verschachtelte Sätze. Sogar hier, in meinen Blogbeiträgen. Ist es euch aufgefallen? Mir schon. Und dem kleinen Plugin, dass mich anmeckert, wenn ich „nicht leserfreundlich genug“ schreibe, auch. Ich finde das ein bisschen bedenklich, weil „Die Insel der drei Völker“ vorrangig für jüngere Jugendliche (12 bis 14 oder so) ausgelegt ist. In der Zielgruppe tummeln sich vermutlich nicht allzu viele Freunde von Schachtelsätzen. Ich muss mich also selbst ein bisschen am Riemen reißen und lernen das, was ich sagen will, auch mit kürzeren Sätzen zu formulieren.

Wisst ihr, was einer Geschichte richtig Leben einhauchen kann? Gute Hintergrundcharaktere. Geht ruhig selbst nochmal die Liste mit euren Lieblingsfiguren aus Büchern, Filmen und Serien durch: Es sind auch einige Personen aus dem Hintergrund dabei, oder? Wenn es einem Autor gelingt, interessante Hintergrundcharaktere zu schreiben und wohl dosiert in seine Welt einzufügen, bereichert er die Geschichte nicht nur unheimlich, er lässt sie auch viel realer werden. Der Leser blickt nicht nur durch ein schmales Fenster auf die Handlung des Protagonisten, sondern bekommt ein viel breiteres Bild zu Gesicht. Ich finde, ich habe meine Nebencharaktere bisher sträflich vernachlässigt. Zeit, das zu ändern.

Nachbearbeitung

Fast nichts ärgert mich mehr als Rechtschreibfehler in meinem Buch. Leider gibt es davon immer noch viel zu viele. Vor der nächsten Veröffentlichung muss ich definitiv mehr auf Fehlerjagd gehen – noch mehr als bei diesen Mal, obwohl ich da schon dachte, ich hätte getan, was ich konnte.

Kennt ihr das, wenn ihr eine Passage aus eurer Geschichte lest und einfach überhaupt keine Ahnung mehr habt, ob man da jetzt noch etwas umschreiben müsste oder nicht? „Projektblind“, nenne ich das. Ich kann nicht mehr einschätzen, ob der Text die Dinge verständlich macht, die ich meinen Lesern mitteilen möchte. Eine Zweitmeinung wäre ganz gut, um zu wissen, wo ich weiterfeilen müsste. Ich habe mir vorgenommen, mich in diesem Jahr zumindest ein bisschen mehr über Testleser zu informieren, da ich bis her noch überhaupt keine Berührungspunkte damit hatte.

Social Media und Blogg

Ja, auch diese beiden Dinge gehören zu meinen Schreibvorsätzen. Immerhin ist der größte Nemesis der Selfpublisher die Unsichtbarkeit.

Schon in den letzten Monaten habe ich versucht, die Qualität meiner Blogbeiträge zu steigern. Mehr Texte mit Aussage, mehr Mühe beim Schreiben, mehr Abwechslung. Ich habe mehr Bilder eingefügt und ein paar neue Dinge ausprobiert ( Meine Videolesung zum Beispiel! Anschauen auf eigene Gefahr, Filmen übe ich noch 😉 ). Ich möchte meine Beiträge nicht einfach so hinklatschen nach dem Motto „liest doch sowieso keiner“, auch wenn das ein Gedanke ist, den man nur schwer abschütteln kann. Alle Bereiche meiner Arbeit sollen so gemacht sein, dass ich sie gerne vorzeige. Das ist zumindest das Ziel, und das soll auch in 2020 weiterverfolgt werden. Noch sind wir nicht ganz da.

Parallel zur Qualität müsste ich auch ein Auge auf die Regelmäßigkeit meines Blogs werfen. Viel zu oft geht ein Beitrag freitags online – genau einen Tag, bevor der nächste fällig ist. Das sollte sich ändern.

Aber das ist nicht das einzige. Seit Sommer diesen Jahres habe ich einen Twitteraccount – aber ich habe es noch nicht geschafft, diese Seite hier vernünftig zu verlinken. Ich habe es tatsächlich ganz am Anfang versucht, aber kurz darauf gab es ein Problem mit meinem Account. Ich bin mir nicht ganz sicher, was das besagte Problem auslöste, aber das Letzte, was ich vorher getan hatte, war, den Link hinzuzufügen. Seitdem habe ich mich nicht mehr getraut, einen zweiten Anlauf zu wagen, aber dieses Jahr muss ich mich da unbedingt dransetzten. 

Eine Freundin von mir, die auch selbst schreibt, sitzt mir seit Monaten damit im Nacken, dass ich doch gefälligst meine Social Media Präsenz ausbauen solle. Wie soll denn schließlich jemand mein Buch kaufen, wenn niemand mein Buch sieht? Sie hat nicht ganz unrecht. Das ist allerdings nicht unbedingt ein Vorsatz für 2020 sondern mehr ein Vorsatz für „ein paar Monate, bevor das nächste Buch rauskommt“. Wie lange es damit noch dauert weiß ich leider noch nicht.

Soviel zu meinen „Vorsätzen“, die eigentlich nur eine Liste mit Verbesserungsvorschlägen an mich selbst sind. Wie sieht es bei euch aus? Wollt ihr 2020 an eurer Schreibroutine arbeiten? Mehr lesen? Oder irgendetwas ganz anderes?

Was auch immer es ist, viel Erfolg damit und eine schöne Woche!  

Die #mybookchallenge auf Twitter

Von Zeit zu Zeit sollte ich mich auch mal den Dingen zuwenden, die sich aktuell so durch (meine) Autorenwelt drehen. Im letzten Monat bin ich zum Beispiel auf Twitter vermehrt über die „#mybookchallenge“ gestolpert. Also, wieso nicht einen Beitrag daraus machen?

Die Challenge wurde Ende November vom Marketingteam des „Print on demand“ Anbieters BoD (kurz für „Books on demand“) auf Twitter und Instagram ins Leben gerufen. An jedem Tag im Dezember gab es eine kleine Frage oder auch eine Aufgabe. Der Sinn dahinter war, das Autoren sich selbst und ihre Arbeiten ein wenig vorstellen konnten.

Nun, ich bin eine Autorin. Und da ich selbst auch mein Buch mit der Hilfe von BoD veröffentlicht habe, dachte ich mir, ich probiere die ganze Sache mal aus. Ich bin an sich kein großer Fan von Challenges wie dieser. So gerne ich über mich selbst rede, irgendwann fängt es an, zu nerven. Schließlich muss jeden Tag muss ein neuer Tweet zu einem vorgegebenen Thema verfasst werden, das klang anstrengend für mich. Mit ein paar Ausnahmen habe ich den Monat aber dann doch ganz gut durchgehalten.

Gut gemachte Beiträge

Viele der Teilnehmer dieser Challenge haben sich wirklich viel Mühe mit ihren Antworten gegeben. Es gab lange Threads, die sich ausführlich mit dem jeweiligen Tagesthema beschäftigt haben, ein oder zwei Mal habe ich, meine ich, sogar einen Link zu Blogbeiträgen oder Ähnlichem gesehen. So viel Mühe habe ich mir nicht gemacht, aber ich fand auch viele der kreativen, kurzen und eher etwas humoristischen Antworten vieler anderen sehr schön. 

Aus vielen der Fragen und Themen konnte man aber auch gut Etwas machen. Hin und wieder gab es sogar die Aufforderung, kleine Szenen mit den eigenen Charakteren in einem bestimmten Setting zu verfassen, oder etwas über deren Vorlieben zu erzählen. Das hat mich wirklich noch einmal mehr zum Nachdenken über die eigene Geschichte gebracht hat: Ich hatte vorher noch nie Überlegungen darüber angestellt, was für Musik Kira wohl hört, wenn sie nicht gerade vor Meeresfröschen davonrennt. Es bot also nicht nur die Möglichkeit, mehr über die Arbeit von anderen zu erfahren, sondern auch über die eigene.

Schwierige Fragen und Aufgaben

Eben diese Aufgaben konnten mitunter aber auch schwierig werden. Gerade, wenn man, wie ich, ein Fantasybuch schreibt, das überhaupt nicht in dieser Welt spielt, musste man bei einigen Fragen, die ganz klar mit unserer heutigen Gesellschaft zusammenhingen, ein wenig kreativer werden. Beispiele für solche Situationen sind zum Beispiel Szenen mit Konzerten als Setting oder die Frage nach der Lieblingsserie des Protagonisten. Ich hatte das Glück, dass meine kleine Heldengruppe durch das Menschenmädchen Kira bereichert wird, die selbstverständlich mit all diesen Dingen etwas anzufangen weiß, aber jemand mit einem reinen High-Fantasy Manuskript? Oder einem historischem Roman? Ich könnte mir vorstellen, dass es für diese Leute zwischenzeitlich echt kompliziert war, zu antworten.

Eine andere Sache, die ich ein bisschen problematisch fand, waren Aufgaben, bei denen man Dinge aus seinem aktuellen Manuskript teilen sollte. Mein aktuelles Manuskript ist eine Fortsetzung, weswegen ich das, was darin passiert, eher unter Verschluss halte. Ich versuche schließlich immer noch, das erste Buch unter die Leute zu bringen, da möchte ich ungern schon Dinge verraten, die sich während der Handlung entwickeln. Wo meine Charaktere am Anfang des zweiten Buches stehen, lässt immerhin schon Rückschlüsse auf den Ausgang des ersten zu. An solchen Tagen habe ich dann einfach die Challenge ausgesetzt.

Mir ist auch an mir selbst aufgefallen, dass ich im Verlauf des Monats fast nur Dinge getwittert habe, die mit der Challenge zusammenhingen. So wurde das Ganze auf meiner Seite leider ein bisschen eintönig, aber das ist meine eigene Baustelle.

Im Allgemeinen mochte ich die Idee, sowie die Fragen und Aufgaben. Es war auch echt schön, dass das Marketingteam von BoD selbst an der Challenge teilgenommen und auf Beiträge reagiert hat. Ich bereue es ein bisschen, dass ich nicht mehr Zeit dazu hatte, mich ausführlich mit den Antworten anderer Autoren zu befassen, aber ich hatte einfach viel um die Ohren.

Eine schöne Woche und einen guten Rutsch ins neue Jahr euch allen!

 

P.S.: Wenn euch meine Beiträge zur #mybookchallenge interessieren, könnt ihr sie auf meinem Twitteraccount finden.

Wortkreationen zwischen den Tagen

Was ist beim Schreiben besonders wichtig? Genau: Beschreibungen, die die gewünschte Atmosphäre einfangen. 

Und wie erreicht man die? Durch sorgfältige Auswahl von Wörtern natürlich!

Also dachte ich mir, zur Feier der Feiertage bastel ich mal selbst ein paar Wörter zusammen, um Weihnachten noch ein bisschen länger festzuhalten:

Knautschpapiermelancholie – Das Gefühl, wenn alles Geschenkpapier schon zerknüddelt  um einen herum liegt und man sich irgendwie wünscht, man hätte doch nicht alles so schnell ausgepackt.

Lichterkettenwürze – Diese ganz besondere Geruchsnote, die komischerweise nur Weihnachtsbäume an sich haben.

Glühweinstandgesumse – Auf einem Weihnachtsmarkt ist es zu Weilen genau so voll wie auf einer Honigwarbe – kein Wunder, dass die Geräuschkulisse eher reichhaltig ist. Dieses Wort beschreibt all dass Geplapper und Gedudel im Hintergrund, das man bewusst gar nicht mehr wahrnimmt.

Unsichtbarer Glöckchemantel – Ihr könnt mir nicht erzählen, dass sich die Melodie eurer Lieblings-Weihnachtslieder nicht wie eine warme Decke anfühlt, wenn ihr unterwegs seid. Versucht es also gar nicht erst.

Innere Eistränen – Das ist, wenn immer noch kein Schnee liegt. Oder, wenn der neue Frozen-Teil doch mehr unter die Haut geht als gedacht? Müsste das allerdings erstmal recherchieren, war diesen Winter mit anderen Filmen beschäftigt 😉 .

Leuchtsternspringen – Die Fahrt von Verwandten nach Hause, im Dunkeln. Kommt das nur mir so vor, oder sieht die Weihnachtsdekoration in jedem Ort ein wenig anders aus? Eine gute Navigationsmöglichkeit!

Geisteräste – So sieht es aus, wenn um kahle Zweige Lichterketten gewunden werden, und es ist einfach nur genial.

 

Soweit so gut, das ist meine kleine Kollektion. Habt ihr noch etwas hinzuzufügen? Dann macht das gerne in den Kommentaren!

Ansonsten wünsche ich euch allen noch eine schöne Restwoche!

Technik, die begeistert – was mir hinter den Kulissen Schwierigkeiten macht

Das vermutlich Schönste an einem Blog ist, dass man selbst aus den Dingen, die einen ein wenig nerven, noch etwas Kapital schlagen kann.

Irgendetwas funktioniert nicht so, wie es soll? Schreib einen Blogbeitrag darüber!

Diese eine Sache ist schwieriger, als du dachtest? Schreib einen Blogbeitrag darüber!

Dir gehen die Ideen für Blogbeiträge aus? Klingt nach einer super Idee für einen Blogbeitrag!

Es geht schließlich um meine Erfahrungen und die Dinge, die mich interessieren. Warum sollte man also nicht auch über die Dinge, die Schwierigkeiten machen sprechen? Und da ich selbst nicht besonders viel auf dem Kasten habe, wenn es um Technik geht, ist es vielleicht mal an der Zeit, dass wir uns den Dingen zu wenden, die meine Medienkompetenzen herausfordern.

Bilder und Fotos

Ich habe begonnen, vermehrt Bilder und Fotos in meine Beiträge einzufügen, und das aus gutem Grund: Sie brechen die Textfront auf, sorgen für mehr Abwechslung und veranschaulichen, was ich zu sagen habe. Sie sind außerdem recht einfach zu handhaben, wenn man es ein oder zwei Mal gemacht und ausprobiert hat. 

Das Problem mit Fotos ist vielmehr, wie man sie aufnehmen soll. Wenn ich nicht gerade auf Veranstaltungen, wie der Buchmesse, unterwegs bin und dort Bilder knipse, sitze ich in den meisten Fällen, in meinem Zimmer. In meinem recht dunklen Zimmer, zumindest um diese Jahreszeit, wohlgemerkt, denn das Licht, das meine Deckenlampe wirft, reicht nicht immer, um die Fotos gut aussehen zu lassen. In diesen Fällen muss ich mir eine zusätzliche Lichtquelle organisieren.

Ich habe mir in letzer Zeit angewöhnt, dafür meine Leselampe abzumontieren und sie als Mini-Scheinwerfer zu verwenden. Aber auch das ist einfacher gesagt, als getan. Leuchtet man das Motiv direkt an, bilden sich hässliche Schatten drum herum, und bei einigen Büchern beginnt das Cover zu glänzen, sodass es nicht mehr vernünftig zu erkennen ist. Ich habe ein bisschen herumprobiert, und beides lässt sich minimieren, wenn man das Objekt von schräg oben anleuchtet, aber zu dieser Erkenntnis zu kommen, hat Zeit gekostet.

Videos

Videos sind noch einmal eine völlig andere Hausnummer. Gerade, wenn man selbst darin zu sehen ist, muss man im Kopf erst einmal die Irritation, die dadurch entsteht, dass man mit einer Kamera redet, überwinden, und wenn man das geschafft hat, gibt es noch so viele andere Dinge, die man beachten sollte.

Meine kleine Videolesung, zu finden hier, hat zum Beispiel sehr unter unserer fehlenden Beleuchtung gelitten. Um das zu verbessern, hätten wir vermutlich noch ein oder zwei zusätzliche Lichtquellen hinter der Kamera anbringen müssen, um das Motiv (mich, in diesem Fall), besser auszuleuchten, eine zweite Lichtquelle als eine Art Gegenlicht, um die Schattenbildung zu vermeiden. Das sind Notizen, die ich mir zur Verbesserung für das nächste Mal mache. Ich probiere sie dann aus und schaue, ob das Ergebnis mir besser gefällt. Wenn nicht, muss ich mir etwas Neues einfallen lassen, aber das werden wir wohl erst erfahren, wenn ich mich das nächste Mal dazu aufraffe, ein Video zu drehen.

Ein Video ist aber noch aus einem weiteren Grund etwas komplizierter: Man kann es nicht zu einfach hochladen wie ein Bild. Bei Anbietern wie WordPress gibt es eine Obergrenze für MBs, die eine Datei nicht überschreiten darf – in meinem Fall sind das 64 MBs. Das Video ist aber im Normalfall erst einmal größer als das und muss dementsprechend komprimiert werden. Dabei geht allerdings auch wieder Qualität verloren.

 

Nichtsdestotrotz, ich experimentiere gerne mit mehreren Medien auf meinem Blog herum, zum einen, weil sie ein wenig mehr Frische hineinbringen, zum anderen, weil ich diese Dinge auch nur durch Ausprobieren lerne. Hofft also gemeinsam mit mir, dass meine Bilder von nun an nur noch besser werden, und mein nächstes Video (falls ich mich da jemals wieder dran wage) ebenfalls. 🙂

Eine schöne Woche euch allen!

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