Frauke Mählmann

Autorenblog

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Verzögerung

Die Veröffentlichung von „Die Insel der drei Völker“ verzögert sich leider noch um einige Tage.

Danke, dass ihr mit mir wartet, und ein schönes Wochenende euch!

Countdown

Die Uhr beginnt zu ticken. Es ist nun keine ganze Woche mehr, bis endlich das von mir angestrebte Erscheinungsdatum unten auf dem Laptopdisplay steht.

Wenn alles gut geht, ist „Die Insel der drei Völker“ schon im Onlinehandel, wenn ich meinen nächsten Beitrag schreibe.

Wer bis dahin schon einmal in das erste Kapitel hinein lesen möchte, für den gib es hier einen Link, der zu meiner Wattpadseite führt. Ihr müsst euch nicht einloggen, um die Leseprobe lesen zu können.

Eine schöne Woche euch allen!

Fehler und Zukunft

Mein erstes Buch ist jetzt so gut wie fertig und bereit, in die Welt entlassen zu werden. Immer öfter werde ich deswegen gefragt, wie ich mich dabei fühle, und ob ich aufgeregt bin.

Es ist das Ende eines langen Arbeitsabschnitts. Das ist natürlich schon etwas besonderes. Trotzdem ist mir eine Sache aufgefallen: Wenn ich mein Buch zur Hand nehme, oder vielmehr das Dokument aufrufe, wird mir vor allem bewusst, wie viel ich noch lernen muss.

In dieses Buch ist sehr, sehr viel Arbeit geflossen, und ich habe es so gut geschrieben, wie ich nur irgend konnte. Trotzdem sehe ich ganz deutlich, wo ich mich selber in der Zukunft noch verbessern kann.

Aber das gilt nicht nur für mein Buch: Auch andere Dinge, die ich schreibe, meine kleinen Wattpadgeschichten und Gedichte zum Beispiel, wirken ähnlich.

Soll das jetzt heißen, dass ich mir wünschte, das Buch noch einmal mehr, zum gefühlt 100. Mal überarbeitet zu haben?

Nein. Ganz sicher nicht.

Nein, aus dem einfachen Grund, dass ich nicht glaube, dass ich dann überhaupt irgendwann mit dem Überarbeiten fertig sein würde. Egal wie oft ich meine Geschichten „verbessern“ würde, ich würde immer wieder Dinge finden, Kleinigkeiten, die ich für verbesserungswürdig halten würde.

Wahrscheinlich würde ich das Buch dabei sogar nur „verschlimmbessern“ und es vollkommen entstellen, weil mir wöchentlich neue Dinge einfallen würden.

So geht man keine Projekte an. Man muss irgendwann an einen Punkt kommen, an dem man die Hände von der Tastatur nimmt und zu sich selber sagt: „Es ist gut so, wie es ist. Lass es los.“

In einem Interview wurde der Autor der „Gregs Tagebuch“-Reihe, Jeff Kinney, gefragt, ob er seine eigenen Bücher lese. Kinney verneinte und begründete es folgendermaßen: Es sei, als ob man sich selber von ganz nah im Spiegel betrachten würde.

Was er damit sagen wollte, war, dass einem dabei lauter Kleinigkeiten auffielen, die einen selber gewaltig stören, gerade, weil an sich selber und auch das Buch so viel besser kennt als alle anderen und sich durch vermeintliche Fehler persönlich betroffen und verantwortlich fühlt, und das, obwohl diese Kleinigkeiten anderen Menschen überhaupt nicht auffallen.

Ich glaube, dass das sehr gut zutrifft. Also, falls ihr gerade selber an irgendetwas arbeitet, ob ihr schreibt, zeichnet oder sonst etwas tut und verzweifelt, weil es einfach nie gut genug scheint: Habt den Mut, es gut sein zu lassen. Traut euch, es jemandem zu zeigen, der nicht so tief in euer Projekt verstrickt ist wie ihr, und wenn sie euch sagen, dass es gut geworden ist, dann glaubt ihnen es ruhig.

Denn wenn man immer nur weiter an einem Haus baut, kommt man nicht dazu, darin  zu wohnen.

Genießt euer Wochenende und auch die Woche danach!

Erscheinungsdatum „Die Insel der drei Völker“

An dieser Stelle unterbreche ich meinen üblichen Upload-Rhythmus für eine wichtige Mitteilung:

Mein erstes Buch, „Die Insel der drei Völker“, wird, wenn alles gut läuft, um den 10. August herum erhältlich sein.

Wenn ihr also genau so aufgeregt seit wie ich, schnappt euch einen Stift und markiert den Tag in eurem Kalender.

Eine schöne Woche noch!

Musik und Schreiben

Hat einer von euch die „Divergent“- Reihe von Veronica Roth gelesen? Wenn ja, dann ist euch bestimmt genau wie mir aufgefallen, dass sie am Ende einen ziemlich langen Anhang hatte, in dem sie über alles Mögliche, was mehr oder weniger mit ihrem Buch zu tun hatte, geschrieben oder philosophiert hat.

Teil dieses Anhangs war auch eine Playlist mit Liedern, die sie während des Schreibens gehört hatte.

Das ist ein Phänomen, dass mir öfter aufgefallen ist: Autoren, die davon erzählen, was sie während der Entstehung ihres Buches als Beschallung auf den Ohren hatten.

Aber wenn ihr hier an dieser Stelle meine persönliche „Kreativitäts-Playlist“ erwartet, liegt ihr leider falsch.

Ich kann es nämlich nicht.

Ich kann nicht schreiben und Musik hören auf einmal.

Ich weiß nicht, wie andere Autoren es zustande bringen, aber ich brauche Stille, um meine eigenen Gedanken hören zu können. Ich verliere mitten im Satz den Faden, wenn ich es doch versuche, oder bringe den Sprechrythmus eines Gedichts durcheinander.

Auf der einen Seite ist das schade. Ich höre gerne Musik und Töne transportieren oft ganz eigene Geschichten. Was könnte also besser als Inspiration geeignet sein?

Aber wahrscheinlich ist es auch besser so. Ich versuche ja immerhin, eine eigene Geschichte zu schreiben und nicht fremde Emotionen zu einer zusammenzubasteln.

Was sind eure Ansichten?

Eine schöne Woche noch!

Poetische Lückenfüller

Es gibt diese Tage, an denen weiß man einfach nichts zu berichten. Heute ist einer dieser Tage.

Damit mein Blog trotzdem nicht ins Sommerloch abdriftet, werde ich heute ein kleines Gedicht hochladen, dass ich ursprünglich für meine Wattpadseite ( Link ) geschrieben habe.

Es ist Teil einer Gedichtsammlung, die verschiedene Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen abbilden soll. Habt Spaß damit!

Lorelei

Die Finger an der Seite, die Stirn an der Scheibe:

Der Sitz, in dem ich heute Abend verbleibe.

Die Dämmerung steigt und gegenüber brennt Licht,

verschwommen erkenne ich dort dein Gesicht.

Ich kenne die Art wie du gehst, wie du rennst,

und wie du dir die Haare hinter die Ohren klemmst,

doch deinen Namen oder deine Zahl an Jahren,

das alles habe ich nie erfahren.

 

Das Buch, das du liest, hab auch ich in der Hand,

ich habe es gestern am Cover erkannt.

Du liest und ich lese und ich stelle mir vor

die Geschichte wäre für uns beide ein Tor.

Etwas, das uns bindet, etwas, das uns vereint,

weil alles andere mir sinnlos erscheint.

 

Das Buch handelt von Sagen, von alten Geschichten,

von Märchengestalten und fremden Gedichten.

Ich wünschte mir, ich könnte sie mit dir besprechen:

Siegfried ist tot, sollte Kriemhilde rächen?

Was denkst du?

 

Auf der Straße dazwischen ziehen späte Autos vorbei,

doch ich denke nur an dich, meine Lorelei.

Einen Menschen hinter Glas zu lieben tut weh,

doch egal, wie oft ich um Erhörung fleh:

Zwischen uns liegen Fenster, ein Abgrund aus Stein

Und meine eigene Angst – Nein, ich weih dich nicht ein!

 

„Ich habe mich oft gefragt, wie deine Stimme wohl klingt“,

denke ich, während das Rheinmädchen singt.

Man sagt, Sirenen sängen von des Opfers größter Begier,

also stünd eine vor mir, sie sänge von dir.

Ein Lächeln in deinen fernen, unereichbaren Augen,

dass du von mir träumst, dass möchte ich gerne glauben.

 

Der Seemann stirbt, und ein Teil von mir mit

als ER hinter dir wieder das Zimmer betritt.

 

Genießt euren Sommer und eine schöne Woche euch allen!

Drei Völker und zwei Namen

Seit meinem letzten Eintrag ist einiges an Zeit vergangen. Um euch ein bisschen dafür zu entschädigen, stelle ich heute ein paar Hintergrundinformationen aus der Welt meiner Buchhelden vor.

Wenn ihr einen Blick auf die Karte geworfen habt,  die ich vor einigen Wochen hochgeladen habe, ist euch bestimmt aufgefallen, dass dort auch mehrere Orte oder Siedlungen verzeichnet sind. Auf zwei möchte ich genauer eingehen, oder eher: Auf die Namensgebung,

 

Der erste Ort, der im Süden meiner Insel liegt, trägt den Namen „Leucton“ und ist die Heimat des Volkes der Lichtelfen. Der Name ihres Dorfes ist eine Mischung aus zwei lichtelfischen Wörtern. Das erste ist eindeutig das Wort „Leu“, das soviel wie „Licht“ bedeutet, aber über das zweite streiten sich Sprachwissenschaftler bis heute, aber die große Mehrheit geht davon aus, dass es sich dabei um das Wort „tan“ handelt, dass das trockene Gras beschreibt, mit dem die Elfen ihre Dächer decken.

Was genau das bedeuten mag, ist aber in Vergessenheit geraten.

 

Das zweite Elfenvolk, die Waldelfen, bewohne den Vierjahreszeitenwald im Herzen der Insel. Ihr Dorf, das den befremdlichen Namen „Mitte“ trägt, befindet sich in an der Stelle des Waldes, an dem keine der vier Jahreszeiten vorherrscht, was zu einem durchgängig gemäßigtem Klima führt und zu Regengüssen, nach denen man die Uhr stellen kann.

Tatsächlich wurde es genau in der Mitte des Waldes gebaut, daher auch der Name. Überlieferungen aus den dunklen Jahren vor dem ersten Krieg gegen das Eisvolk, aus denen kaum noch Aufzeichnungen existieren, behaupten, dass die Siedlung sogar genau in der Mitte der gesamten Insel liegt.

Nachgemessen hat aber seitdem keiner mehr.

Und die Waldelfen werden das auch tunlichst vermeiden. Sie sind ein ehrliches Volk, aber gewisse Wahrheiten wollen sie nun auch wieder nicht wissen.

 

Ich würde wirklich gerne auch über die Meerjungfrauen berichten, und über ihre imposante Stadt, die sie in der Bucht errichtet haben, aber dieses Volk zieht es oftmals vor, seinen schützenden Schatten nicht zu verlassen…

Und ich würde es nie wagen, mich mit der mächtigen Meerjungfrauenkönigin anzulegen. Wenn ihr etwas über dieses Volk lernen wollt, müsst ihr euch schon selber in Gefahr begeben…

Eine schöne Woche noch!

Schreibstile im Laufe der Zeit

Das Erzählen von Geschichten ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst – oder zumindest nur ein wenig jünger. In Anbetracht dessen wollte ich diesen Samstag den Fokus ein wenig von meinem eigenen Geschreibsel abwenden und einen Blick über die Schulter werfen. Genauer gesagt, auf die Art, wie sich das Schreiben von Geschichten im Laufe der Zeit verändert hat. Man könnte auch sagen: Hier kommt meine persönliche Sicht auf die Evolution von Schreibstilen.

Jeder Autor hat seinen eigenen Schreibstil, und so unterscheiden sie sich alle voneinander. Wenn man sich durch Bücher verschiedener Epochen arbeitet, fällt dennoch auf, dass sich Autoren, die außerdem Zeitgenossen waren, in einigen Punkten ähneln.

Dieser kleine Beitrag ist alles andere als vollständig. Es ist nur ein winziger Ausschnitt aus einem Gebiet, über das man eine ganze Bibliothek schreiben könnte. In über tausend Jahren Menschheits- und auch Literaturgeschichte sammelt sich einiges an. Und ich wäre die Allerletzte, die behaupten würde, auch nur Ansatzweise über diesen gigantischen Parpierberg Bescheid zu wissen. Trotzdem: Hier kommt ein kleiner Ausflug in die Geschichte.

Vieles an früher Literatur, die heute noch erhalten ist, stammt aus der Antike. Sowohl griechische, als auch römische Heldenepen haben sich gut gehalten und sind heute noch gut bekannt, aber auch philosophische Schriften und Lyrik wird noch heute als Teil unseres Kulturguts betrachtet.

Das Lesen dieser Texte gestaltet sich für viele von uns „heutigen“ Menschen jedoch recht unangenehm – und das nicht aufgrund von längst aus der Mode gekommenen Sprachen, es gibt schließlich Übersetzungen, sondern aufgrund der Schreibart. Versteht mich nicht falsch, ich weiß, dass es auch heute noch Menschen gibt, die mit gerne diese alten Texte lesen, ich selbst habe mich schon das ein oder andere mal daran versucht, aber es lässt sich nicht leugnen: Die Geschichten über Troja und Odysseus entsprechen einfach nicht ganz unserem heutigen Lesecomfort.

Wir sind es gewohnt, die Geschichte durch die Augen eines Charakters präsentiert zu bekommen, gewissermaßen in seinem Geist zu stecken und so mit ihm mit zu fiebern. Wir erhalten Kommentare zu den aktuellen Vorgängen über die Gedanken des Charakters, dem wir in diesem Augenblick folgen und sehen die Dinge von seiner Position aus. Dadurch entsteht eine unglaubliche Nähe zu den handelnden Personen.

Ein gutes Beispiel für diese heutige Art, zu schreiben, ist Harry Potter: Wir, als Leser, verfolgen die gesamte Reihe fast ausschließlich aus Harrys Perspektive. Wir wissen genauso viel wie er, wir kennen seine Ängste und die Vorgänge in seinem Kopf, aber nichts von dem, was außerhalb seiner Reichweite passiert. 

Alte Schreibstile sind oft anders. Sie platzieren den Leser nicht im Kopf der Hauptperson, sondern als unsichtbaren Beobachter neben ihn. Der Leser schaut dem Geschehen mit gewisser Distanz zu. Er erhält mehr Informationen über das Gesamtgeschehen   und Einblicke in die Psyche mehrerer Charaktere, aber diese bleiben deutlich oberflächlicher als wir es heute gewohnt sind. Innere Monologe oder ähnliches sind selten, sie werden meistens in wörtlichen Reden verpackt, wie zum Beispiel in Reden oder Gesängen oder vom Erzähler als Erklärungen angeführt. Selbst wenn in diesen Geschichten die Personen mal ein Selbstgespräch führen, habe zumindest ich das Gefühl, dass er seine Worte nicht wirklich an sich selber richtet, sondern an uns, die Zuschauer.

Während in heutigen Büchern der Leser also auf die ebene der Charaktere geholt wird, blickt er ihn alten Texten meistens von außerhalb auf das Geschehen.

 

Auffällig sind gerade bei alten Erzählungen und Mythen auch die langen Aufzählungen von Hintergrundinformationen, die oft viel Platz in der Geschichte einnehmen. So ist es zum Beispiel nicht ungewöhnlich, wenn eine nordische Sage mit einem weit ausholenden Stammbaum des Hauptcharakteren beginnt oder eine spezielle Waffe mit einer seitenlangen  Lobpreisung ihrer wechselvollen Geschichte vorgestellt wird. Es ist, als würde der Erzähler den Pausenknopf in der Geschichte drücken, sich zum Publikum drehen und sagen: „Bevor wir weitermachen, solltet ihr wissen, dass …“

Heutzutage werden solche Informationen eher häppchenweise über die Handlung verteilt, manchmal müssen die Charaktere sie selber erst herausfinden, oder einer von ihnen erwähnt es nebenbei in einem Gespräch. Für jemanden, der diese Art zu lesen gewohnt ist, fühlt sich die obere Methode wie eine unangenehme Unterbrechung der Geschichte an, die ihn aus dem Lesefluss reißt.

Alles in allem ist heute der sogenannte personelle Erzähler, egal, in welcher Form, eindeutig viel weiter verbreitet als andere Erzählperspektiven, dem Leser wird das Gefühl vermittelt, die Geschichte laufe einfach irgendwo ab, und zwar, trotz möglicher Vergangenheitsform, jetzt gerade, und er würde es mit erleben, während in alten, epischen Texten oftmals deutlich darauf verwiesen wird, dass der Leser einer Nacherzählung beiwohnt. Der Erzähler, der kein handelnder Charakter ist, ist deutlich präsent und meldet sich immer wieder zurück. Er steht, wenn man so will, als Vermittler zwischen der Handlung und dem Leser. Heutige Bücher kommen über sehr weite Strecken ohne so etwas aus.

Der Grund für diesen Wandel ist möglicherweise in der wohl ursprünglichsten Form, Geschichten weiterzugeben zu finden: Die mündlichen Erzählungen.

Hat einer von euch schon einmal versucht, an einem Lagerfeuer oder bei ähnlichen Begebenheiten eine Geschichte zu erzählen? Wenn nicht, dann lasst euch sagen, dass es zumindest mir sehr schwer gefallen ist, diese Geschichte aus der Sicht eines speziellen Charakters wiederzugeben, so, wie ich es normalerweise tun würde. Bei mündlichen Erzählungen ist der Erzähler nun einmal vorhanden, und er kann sich nicht einfach hinter Buchseiten verstecken, so wie der Autor eines Buches es kann. Er ist da, sein Publikum kann ihn deutlich sehen. Vermutlich ist es in solchen Situationen der Erzählung einfach dienlicher, die Tatsache, dass es sich um eine Erzählung handelt in die Geschichte einzubinden. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Autoren dann möglicherweise mehr und mehr an die schriftliche Überlieferung gewöhnt und begannen mehr, die Geschichte selbst erzählen zu lassen.

Aber das ist nur eine Theorie.

Übrigens, viele der Merkmale, die ich hier alten Geschichten zugeordnet habe, sind mir auch in einem vergleichsweise neuem Buch aufgefallen, und zwar in Tolkiens „Herr der Ringe“. Auch seine Bücher sind durchsetzt mit Abschnitten, die nur der Klärung von Hintergrundinformationen dienen, und obwohl er die Gefühle seiner Charaktere gut transportiert, hat der Leser nie das Gefühl, direkt in deren Kopf blicken zu können, zumindest nicht so klar wie in noch neueren Büchern.

Da Tolkien aber bekanntermaßen ein großer Fan von alten Sagen war, ist das vermutlich aber nicht weiter verwunderlich.

 

Ich hoffe, meine kleine Ausführung hat euch nicht zu sehr gelangweilt. Es ist schon interessant, wie einzelne Puzzleteile an ihre Plätze fallen, wenn man länger über bestimmte Dinge nachdenkt.

Ein schönes Wochenende euch, und eine schöne Woche auch!

Die Schwierigkeiten, Fortsetzungen zu schreiben

Zwar ist das erste Band meiner Reihe noch nicht einmal veröffentlicht, aber seit der Fertigstellung der ersten Entwürfe ist mittlerweile doch schon einiges an Zeit vergangen.

Damit der kreative Teil des Schreibens in dieser Zeit, in der ich hauptsächlich mit Rechtschreibkontrollen und Ähnlichem beschäftigt war, nicht vollkommen einrostete, begann ich schon nach einigen Monaten, zumindest häppchenweiße, am zweiten Band zu schreiben.

Zunächst lief alles noch ganz gut: Ich hatte mich schon vorher, während ich den ersten Teil schrieb, mit der Frage beschäftigt, wie ich den zweiten eröffnen sollte und wie die beiden Bücher zusammenhingen, die ersten Kapitel existierten sogar schon beinahe vollständig ausformuliert in meinem Kopf. Ich musste es eigentlich nur noch zu Papier bringen.

Aber dann, nach und nach, traten Probleme auf: Ich hatte mich jahrelang sehr auf die Handlung des ersten Buches konzentriert und dabei nur ein grobes Gedankengerüst, eine ungefähre Idee von den Folgebändern erstellt. Immer öfter stieß ich auf Lücken in meiner Geschichte, die Überleitungen zwischen einzelnen Handlungssträngen fehlten.

Ich habe normalerweise immer einen Plan beim schreiben, dem ich aber nur ungefähr folge, weil ich der festen Ansicht bin, das eine Geschichte am natürlichsten wird, wenn sie sich von selbst entwickelt und die Ereignisse aus sich selbst heraus entstehen und nicht nur passieren, damit der Plan des Autoren aufgeht, aber hier geriet ich ins Stocken.

Ein zusätzliches Problem ergab sich beim Schreiben für mich daraus, dass seit der letzte Begegnung, die ich mit meinen Charakteren hatte, zumindest aus deren Sicht, einiges an Zeit vergangen war. Sie selbst und auch ihre Beziehungen untereinander hatten sich weiter entwickelt, nach dem Ende des ersten Bandes. Es dauerte einige Zeit, bis sie sich wirklich wieder wie „meine“ Charaktere anfühlten. In der Zwischenzeit hatte ich das groteske Gefühl, eine Fanfiction zu meiner eigenen Geschichte zu schreiben, vor allem, wenn es um Interaktionen der Charaktere untereinander ging.

Für einige dieser Probleme habe ich Lösungsansätze gefunden: Um Lücken in der Handlung zu füllen, begann ich, mir ein Schaubild aufzumalen, um meine Gedanken besser ordnen zu können. Manchmal hilft es, solche Dinge bildlich vor sich zu sehen. 

Als erstes schrieb ich die beiden Situationen auf, zwischen denen ich überbrücken wollte, dann versuchte ich, eine sinnvolle Hinleitung von der einen zur anderen zu finden. Welchen Grund könnten meine Charaktere haben, eine solche Situation herbeizuführen? Wenn Zeit dazwischen lag, wie könnten sie diese Nutzen? Gab es vielleicht noch andere Handlungsstränge, denen in dieser ungenutzten Zeit mehr Raum zur Entfaltung gegeben werden könnte? Gab es eine Möglichkeit, das zukünftige Ereignis schon vorher anzudeuten und es so besser in die Geschichte zu integrieren?

Aus den Ideen, die aus diesen Fragen erwuchsen, erstellte ich dann eine Mindmap und suchte mir die sinnvollsten Einfälle heraus, kombinierte sie miteinander und begann dann, sie mit Details auszuschmücken.

Ein weiterer weißer Fleck war von meinem Fahrplan zum ersten Entwurf  verschwunden.

 

Wie sieht es mit euch aus? Wenn ihr selber schreibt, habt ihr auch manchmal mit Schreibblockaden, egal, aus welchen Gründen zu kämpfen, und was tut ihr dagegen? Ich würde mich über eure Erfahrungen freuen!

Ansonsten eine schöne Woche euch!

Über Berge und Täler oder Worldbuilding auf Tintenbasis

Eine Geschichte, egal ob gut oder schlecht, wird in den meisten Fällen von den Charakteren getragen, die die Ereignisse der Handlung erleben und/oder nacherzählen. Sie sind wohl eines der wichtigsten Elemente, um die ein Autor sich Gedanken machen muss, immerhin, ihre Art zu Handeln und zu Denken oder die Klarheit ihrer Konturen, ihrer „Ecken und Kanten“, wenn man so will, haben massive Auswirkungen auf das Endprodukt.

Aber dabei darf auch ein anderer, sehr wichtiger Faktor nicht vergessen werden: Der Boden, auf dem die Figuren mit ihren Füßen stehen.

Die Landkarte einer fiktiven Welt, wie meine Buchwelt eine ist, macht oft eine Basis für viele Dinge in der Geschichte aus. Landschaften formen die Gesellschaften, die in ihnen entstehen und beeinflussen somit auch die Individuen, die ein Autor auf Reisen schickt und sie bestimmen oftmals auch den Schwierigkeitsgrad der Mission, die der Protagonist zu bestehen versucht.

Vor allem aber bietet sie eine wundervolle Möglichkeit, seine Fantasie spielen zu lassen und die unglaublichsten Landschaften und ihre Bewohner zu kreieren.

Und eine solche Karte muss erklärt werden, wenn man sie einem Leser vorsetzt. Am einfachsten geht das mit einer tatsächlichen Karte. Für meinen Fall bedeutet dass das Bild oben in der Ecke. Es ist die Namensgebende „Insel der drei Völker“, seht sie euch ruhig an!

Diese Zeichnung wäre übrigens nie zu Stande gekommen ohne meine wundervolle Illustratorin und gute Freundin Victoria, die dieser Insel den Weg aus meinem Kopf heraus auf für alle sichtbares Papier ermöglicht hat. Danke!

Eine schöne Woche! 

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