Frauke Mählmann

Autorenblog

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Wortkreationen zwischen den Tagen

Was ist beim Schreiben besonders wichtig? Genau: Beschreibungen, die die gewünschte Atmosphäre einfangen. 

Und wie erreicht man die? Durch sorgfältige Auswahl von Wörtern natürlich!

Also dachte ich mir, zur Feier der Feiertage bastel ich mal selbst ein paar Wörter zusammen, um Weihnachten noch ein bisschen länger festzuhalten:

Knautschpapiermelancholie – Das Gefühl, wenn alles Geschenkpapier schon zerknüddelt  um einen herum liegt und man sich irgendwie wünscht, man hätte doch nicht alles so schnell ausgepackt.

Lichterkettenwürze – Diese ganz besondere Geruchsnote, die komischerweise nur Weihnachtsbäume an sich haben.

Glühweinstandgesumse – Auf einem Weihnachtsmarkt ist es zu Weilen genau so voll wie auf einer Honigwarbe – kein Wunder, dass die Geräuschkulisse eher reichhaltig ist. Dieses Wort beschreibt all dass Geplapper und Gedudel im Hintergrund, das man bewusst gar nicht mehr wahrnimmt.

Unsichtbarer Glöckchemantel – Ihr könnt mir nicht erzählen, dass sich die Melodie eurer Lieblings-Weihnachtslieder nicht wie eine warme Decke anfühlt, wenn ihr unterwegs seid. Versucht es also gar nicht erst.

Innere Eistränen – Das ist, wenn immer noch kein Schnee liegt. Oder, wenn der neue Frozen-Teil doch mehr unter die Haut geht als gedacht? Müsste das allerdings erstmal recherchieren, war diesen Winter mit anderen Filmen beschäftigt 😉 .

Leuchtsternspringen – Die Fahrt von Verwandten nach Hause, im Dunkeln. Kommt das nur mir so vor, oder sieht die Weihnachtsdekoration in jedem Ort ein wenig anders aus? Eine gute Navigationsmöglichkeit!

Geisteräste – So sieht es aus, wenn um kahle Zweige Lichterketten gewunden werden, und es ist einfach nur genial.

 

Soweit so gut, das ist meine kleine Kollektion. Habt ihr noch etwas hinzuzufügen? Dann macht das gerne in den Kommentaren!

Ansonsten wünsche ich euch allen noch eine schöne Restwoche!

Technik, die begeistert – was mir hinter den Kulissen Schwierigkeiten macht

Das vermutlich Schönste an einem Blog ist, dass man selbst aus den Dingen, die einen ein wenig nerven, noch etwas Kapital schlagen kann.

Irgendetwas funktioniert nicht so, wie es soll? Schreib einen Blogbeitrag darüber!

Diese eine Sache ist schwieriger, als du dachtest? Schreib einen Blogbeitrag darüber!

Dir gehen die Ideen für Blogbeiträge aus? Klingt nach einer super Idee für einen Blogbeitrag!

Es geht schließlich um meine Erfahrungen und die Dinge, die mich interessieren. Warum sollte man also nicht auch über die Dinge, die Schwierigkeiten machen sprechen? Und da ich selbst nicht besonders viel auf dem Kasten habe, wenn es um Technik geht, ist es vielleicht mal an der Zeit, dass wir uns den Dingen zu wenden, die meine Medienkompetenzen herausfordern.

Bilder und Fotos

Ich habe begonnen, vermehrt Bilder und Fotos in meine Beiträge einzufügen, und das aus gutem Grund: Sie brechen die Textfront auf, sorgen für mehr Abwechslung und veranschaulichen, was ich zu sagen habe. Sie sind außerdem recht einfach zu handhaben, wenn man es ein oder zwei Mal gemacht und ausprobiert hat. 

Das Problem mit Fotos ist vielmehr, wie man sie aufnehmen soll. Wenn ich nicht gerade auf Veranstaltungen, wie der Buchmesse, unterwegs bin und dort Bilder knipse, sitze ich in den meisten Fällen, in meinem Zimmer. In meinem recht dunklen Zimmer, zumindest um diese Jahreszeit, wohlgemerkt, denn das Licht, das meine Deckenlampe wirft, reicht nicht immer, um die Fotos gut aussehen zu lassen. In diesen Fällen muss ich mir eine zusätzliche Lichtquelle organisieren.

Ich habe mir in letzer Zeit angewöhnt, dafür meine Leselampe abzumontieren und sie als Mini-Scheinwerfer zu verwenden. Aber auch das ist einfacher gesagt, als getan. Leuchtet man das Motiv direkt an, bilden sich hässliche Schatten drum herum, und bei einigen Büchern beginnt das Cover zu glänzen, sodass es nicht mehr vernünftig zu erkennen ist. Ich habe ein bisschen herumprobiert, und beides lässt sich minimieren, wenn man das Objekt von schräg oben anleuchtet, aber zu dieser Erkenntnis zu kommen, hat Zeit gekostet.

Videos

Videos sind noch einmal eine völlig andere Hausnummer. Gerade, wenn man selbst darin zu sehen ist, muss man im Kopf erst einmal die Irritation, die dadurch entsteht, dass man mit einer Kamera redet, überwinden, und wenn man das geschafft hat, gibt es noch so viele andere Dinge, die man beachten sollte.

Meine kleine Videolesung, zu finden hier, hat zum Beispiel sehr unter unserer fehlenden Beleuchtung gelitten. Um das zu verbessern, hätten wir vermutlich noch ein oder zwei zusätzliche Lichtquellen hinter der Kamera anbringen müssen, um das Motiv (mich, in diesem Fall), besser auszuleuchten, eine zweite Lichtquelle als eine Art Gegenlicht, um die Schattenbildung zu vermeiden. Das sind Notizen, die ich mir zur Verbesserung für das nächste Mal mache. Ich probiere sie dann aus und schaue, ob das Ergebnis mir besser gefällt. Wenn nicht, muss ich mir etwas Neues einfallen lassen, aber das werden wir wohl erst erfahren, wenn ich mich das nächste Mal dazu aufraffe, ein Video zu drehen.

Ein Video ist aber noch aus einem weiteren Grund etwas komplizierter: Man kann es nicht zu einfach hochladen wie ein Bild. Bei Anbietern wie WordPress gibt es eine Obergrenze für MBs, die eine Datei nicht überschreiten darf – in meinem Fall sind das 64 MBs. Das Video ist aber im Normalfall erst einmal größer als das und muss dementsprechend komprimiert werden. Dabei geht allerdings auch wieder Qualität verloren.

 

Nichtsdestotrotz, ich experimentiere gerne mit mehreren Medien auf meinem Blog herum, zum einen, weil sie ein wenig mehr Frische hineinbringen, zum anderen, weil ich diese Dinge auch nur durch Ausprobieren lerne. Hofft also gemeinsam mit mir, dass meine Bilder von nun an nur noch besser werden, und mein nächstes Video (falls ich mich da jemals wieder dran wage) ebenfalls. 🙂

Eine schöne Woche euch allen!

Lesen, bis die Kerzen brennen – Bücher in der Vorweihnachtszeit und als Adventskalender

Der Dezember ist, für mich zumindest, immer eine sehr schöne Zeit gewesen. So etwas wie das Jahresfinale, in dem noch einmal alles Gute ausgepackt wird: Weihnachten, Nikolaus und Sylvester, zum Beispiel.

Darüber hinaus wabert in diesem letzten Monat mit Kerzen, Weihnachtsmärkten und Tannenbäumen eine ganz besondere Stimmung durch die Straßen und Häuser der Siedlungen und Städte, die zu keiner anderen Zeit erreicht wird. Die kurzen Tage und niedrige Temperaturen laden außerdem dazu ein, sich in einen Sessel zu kuscheln und ein gutes Buch zur Hand zu nehmen. Wie gut, dass es sich gerade zu Weihnachten anbietet, Lesestoff zu verschenken und auch geschenkt zu bekommen. Aber was macht man eigentlich in den 24 Tagen bis dahin?

Nun, die Buchindustrie ist auch hier kreativ geworden! An vorweihnachtlichen Büchern herrscht kein Mangel, und vor allem Bücher als Adventskalender werden immer beliebter. Ich habe mal in meinen Regalen herumgekramt, und stelle heute meine Funde vor.

Geschichten von fabelhaften Frauen (ars edition)

Bei dieser Sammlung von Erzählungen handelt es sich um meinen Adventskalender vom letzten Jahr. 

Wie es sich für einen Adventskalender gehört, bestand sie aus vielen Einzelgeschichten, die vor allem eins gemeinsam hatten: Sie entstammten den Federn bedeutender Autorinnen. Manchmal stieß ich beim Öffnen der Seiten auf Kurzgeschichten, manchmal auf etwas autobiografisches, dieses Buch ist auf jeden Fall recht abwechslungsreich bestückt gewesen. 

Einige Geschichten wurden auch auf mehrere Tage verteilt erzählt, was mir wirklich gut gefallen hat. Einige dieser Mehrteiler waren wirklich schön geschrieben, und das Warten auf den nächsten Teil hat dem Ganzen noch ein wenig mehr Spannung gegeben und dafür gesorgt, dass ich viel mehr in die kurze Handlung hineingefühlt habe, als ich es bei den Einzelgeschichten konnte.

Leider muss nämlich gesagt werden, dass es die meisten Erzählungen nicht geschafft haben, wirklich langfristig mein Interesse zu wecken und mir in Erinnerung zu bleiben. Ich sage „die meisten“, weil es einige echte Goldstücke unter ihnen gab, für die allein sich der Adventskalender schon gelohnt hat. Auf die Schnelle fällt mir ein Text von Astrid Lindgren ein, in dem sie Revue passieren lässt, wie sie selbst zum Schreiben von Kinderbüchern gekommen ist, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Aber auch einige der anderen Geschichten und Mehrteiler haben aus der Menge heraus gestochen.

Was ich ebenfalls ganz witzig an diesem Kalender fand: Um die „Türchen“ vor neugierigen Augen zu schützen, waren die Ränder der Seiten zusammengeklebt und mussten täglich erst einmal aufgeschnitten werden. Wenn man in Eile war konnte das hin und wieder auch nerven, aber ich mochte die Idee.

 

Advent mit Jane Austen – 24 Geschichten und Aphorismen (Lesezauber)

Ich sage es am besten gleich zu Beginn: Ich habe noch nie ein komplettes Buch von Jane Austen gelesen.  Es ist noch nicht einmal so, als hätte ich es versucht und dann abgebrochen, mir ist ganz einfach noch nie eins ihrer Werke untergekommen. Ich habe also absolut keine Meinung zu ihr als Autorin – bis jetzt.

Im Bild könnt ihr meinen diesjährigen Kalender sehen. Trotz meiner fehlenden Vorbildung gefällt er mir bis jetzt ganz gut, zumindest optisch macht er etwas her – wenn man denn das rote Schmuckband richtig um den Umschlag wickelt, eine Kunst, die ich (noch) nicht beherrsche.

Dieser Kalender funktioniert ähnlich, wie der zuvor Beschriebene, auch hier sind die Ränder der Seiten zusammengeklebt, um die Überraschung zu schützen. Allerdings gibt es hier ein ganz großes Upgrade: Im Buchumschlag steckt ein kleiner Brieföffner aus Holz drin. Das erspart mir den Gang zur Scherenschublade und ist außerdem eine echt niedliche Sache. Ich habe das Gefühl, dass ich die Seiten mit diesem Werkzeug sauberer auftrennen kann als im letzten Jahr, obwohl es immer noch nicht ganz astrein ist.

Ich würde auch gerne noch ein bisschen mehr zum Inhalt sagen, aber leider hat der Dezember gerade erst angefangen, und ich habe kaum fünf Seiten geöffnet. Meine Meinung dazu ist also noch sehr vorläufig. Bis jetzt sind die Texte eher so etwas wie hübsch ausgeschmückte Statements zur Haltung dem Leben gegenüber gewesen. Ich habe, wie gesagt, noch kein einziges Jane Austen Buch gelesen, aber wenn ich nach dem gehe, was ich über deren Thematik weiß, passen die hier gesammelten Gedanken wirklich wie die Faust aufs Auge dazu. 

Man kann bestimmte in bisschen mehr damit anfangen, wenn man sich zu den Jane Austen Fans zählt, aber auch so habe ich nichts am Kalender auszusetzen.

 

Wir warten auf Weihnachten – Eine Sammlung von beliebten Geschichten – und mehr (ließ +spiel)

Dieses hübsche Stück hat meine Familie und mich schon durch mehr als nur eine Adventszeit begleitet. 

Für jeden Tag gibt es ein Büchlein, das bedeutet eine wirklich schöne Geschichte oder ein Gedicht. An viele von ihnen denke ich gerne zurück, wohl auch, weil ich sie mit früheren Weihnachtsfesten verbinde. Anders als bei vielen anderen Adventskalendern gibt es hier auch ein Büchlein für den 25. Dezember, den ersten tatsächlichen Weihnachtstag also.

Der Kalender ist super wiederverwertbar. Mittlerweile kenne ich einige Geschichten zwar beinahe schon auswendig, aber das macht mir überhaupt nichts. Wer auch immer diese Sammlung zusammengestellt hat, hat eine extrem gute Auswahl getroffen, sodass sich mit der Zeit Lieblingsgeschichten herauskristallisieren, auf die man sich besonders freut, und auch die anderen nicht zu langweilig werden. 

Das mag auch daran liegen,  dass dieser Adventskalender sich mehr Zeit lässt, um die Geschichten auch tatsächlich zu erzählen: In einem dünnen, kleinen Büchlein ist nicht viel Platz, aber es ist mehr, als nur eine Seite, und so entwickeln die Erzählungen auch mehr Tiefe.

Die kleinen Büchlein sind manchmal schwer aus der Halterung zu lösen, eignen sich dafür aber super zum Vorlesen und sind etwas für alle, nicht nur für eine Person. Egal, ob jeder sich das Buch einzeln herausnimmt und anschaut oder ob gemeinsam gelesen wird, als Gemeinschaftskalender funktioniert dieses Exemplar wirklich gut. 

Einige enthaltene Geschichten sind zum Beispiel „Der gute König Wenzel“, „Weihnachten durchs Astloch“ und Ausschnitte aus Charles Dicken´s „eine Weihnachtsgeschichte“.

 

Hinter verzauberten Fenstern Cornelia Funke (Fischer Verlag)

Kein Adventskalender diesmal – auch, wenn ich mich bei keinem anderen Buch so sehr über die Kapitelzahl ärgere. Wieso nur 15? 24 Kapitel, das wär`s doch mal gewesen. dann hätte man dieses wundervolle Buch über Adventskalender auch gleich als solchen mitverwenden können. 

Das Buch ist eine Vorweihnachsgeschichte von Cornelia Funke und handelt von einem Mädchen, dass von seiner Mutter zum ersten Dezember einen Adventskalender mitgebracht bekommt, hinter dessen Türchen nur Bilder und keine Schokolade versteckt sind. Sie ist zunächst sehr unzufrieden damit, entdeckt dann aber, dass ihr Kalender in Wahrheit ein Portal in eine andere Welt ist, die es zu erkunden gilt.

Es ist eine spannende und herzerwärmende Weihnachtsgeschichte für Kinder, die ich immer wieder gerne gelesen habe, und die auch nie etwas an ihren Charme verloren hat. Ich kann mich noch daran erinnern, wie eine damalige Klassenkameradin im vierten Schuljahr ihre Buchvorstellung über dieses Buch machte, und selbst jetzt, wo ich schon aus der Schule heraus bin, würde ich es mit Freuden noch einmal lesen – wenn ich denn die Zeit dazu hätte.

 

Was für Bücher begleiten euch durch die Weihnachtszeit? Lasst es mich wissen!

Bis dahin, einen schönen Advent und einen schönen Tag!

All die Gründe, keinen Blogbeitrag zu schreiben… Geblödel am Samstag

Jeden Samstag ein neuer Blogbeitrag. Wer sich öfter auf dieser Seite herumtreibt, kennt diesen dick angestrichenen Punkt in meiner To-do Liste vielleicht. Vielleicht wirft er bei diesem Satz aber auch einen stirnrunzelnden Blick auf die Erscheinungsdaten der letzte Beiträge und fragt sich, ob ich eigentlich bescheuert bin und obendrein absolut unfähig, einen Kalender zu lesen.

„Jeden Samstag“ sieht definitiv anders aus.

Zugegeben, die Fakten sprechen gegen mich – viel zu oft schaffe ich es nicht, den Artikel in meiner selbstgesetzten Deadline fertigzustellen. Also, bevor ich diese Woche wieder ohne Beitrag in meinen Seminar verschwinde, nehmen wir mal alle gemeinsam unsere Detektivlupen heraus und werfen einen ( nicht ganz ernst gemeinten) Blick darauf, was bei mir denn so schief läuft.

Termine

Ja, Fortschritte mit dein eigenen Projekten machen ist toll, aber irgendwie sieht es auf der anderen Seite des Fensters doch auch ganz verlockend aus…

Egal, ob man sich verabredet hat oder einfach in verschiedenen anderen Vereinen drin hängt (Sport, ehrenamtliche Arbeit etc.), manchmal bleibt man irgendwo ein paar Stunden stecken… 

 

Keine Termine

Wenn der Tag sowieso komplett frei ist, kann man sich doch schließlich Zeit lassen, oder nicht? Gut, man möchte noch ein paar Sachen erledigen, aber das geht doch im Grunde ganz schnell, und wenn man vorher noch ein bisschen was anderes machen… ist ja nicht schlimm. Man hat ja schließlich Zeit. Oder? Oder???

 

Technische Schwierigkeiten

Es war vielleicht nicht die beste Idee, mit der Kamera herumzuspielen, aber es war eine Idee. Eine Idee die umgesetzt wurde. Viel zu spät zwar aber es ist der Gedanke, der zählt… also, glaube ich…

Müdigkeit

Irgendwann hat man den Kaffe auf. Also wortwörtlich. Irgednwann ist einfach keiner mehr da.

Generelle Abwesenheit

Manchmal ist man auch einfach nicht zuhause, sondern ganz woanders. In einem wohlverdienten Urlaub vielleicht? In diesem Fall bleibt doch selbstverständlich auch der Laptop zu! Womöglich auch eine Fortbildung oder Geschäftsreise irgednwo? Dann hat man doch erst recht keine Zeit!

Ein echtes wunder, dass ich überhaupt halbwegs regelmäßig etwas hochlade! 🙂 

Nächste Woche gibt`s dann auch wieder etwas Vernünftiges!

Bis dahin eine schöne Woche!

 

 

Videolesung „Die Insel der drei Völker“

In dieser Woche, mal ein kleines Experiment! Die Qualität lässt zwar noch ein bisschen zu wünschen übrig, aber an unseren Kamera-skills arbeiten wir dann noch.

Lust auf etwas bessere Qualität und/oder meinen dritten Protagonisten? 

Dann am besten hier klicken!

Danke fürs zuschauen!

 

 

Frauke Mählmann Shorts – Das Lächeln

„Sie hatte immer Schauspielerin sein wollen, und Schauspielerin war sie geworden.“

So hatte sie sich die ersten Sätze ihrer Autobiografie vorgestellt, als sie ein kleines Mädchen gewesen war. Beinahe schmerzhaft spannte sich die Haut ihrer Lippen, als sich ihre Mundwinkel zuckend nach oben bewegten.

„Ich weiß einfach nicht, was ich noch tun soll“, etwas hilflos fuhr der Junge ihr gegenüber mit den Händen durch sein schlampig gekämmtes Haar, „Ich stecke so viel Arbeit hinein, dass ich gar nicht weiß, wo ich noch…“

Ihre Zähne hatten im Scheinwerferlicht auf der Bühne geleuchtet, hatten selbst gestrahlt mit der Leichtigkeit eines Menschen, der seinen Sitzplatz für den nächsten Tag bereits gebucht hatte und sich keine Gedanken mehr zu machen brauchte. 

„… aber alles, was ich als Ergebnis herausbekomme, ist bestenfalls mittelmäßig, und ich weiß einfach nicht…“

Mit beiden Armen hatte sie ihr Lachen ausgeteilt, hatte es in die Menge geworfen wie Konfetti, und die Menge hatte mit gelacht, mit geweint, im dunklen Zuschauerraum.

„… sehe einfach nicht, was ich anders machen könnte…“

Ja, was hätte sie anders machen können? je größer der Zuschauerraum wurde, desto schwächer wurden ihre Arme, desto weniger weit konnte sie werfen, bis ihr Lachen taumelnd von der Bühne kippte, zurückgeprallt an Kameralinsen wie ein Bumerang und zurück in ihr ins Gesicht.

Ihr Kopf wog zentnerschwer, während sie verständnisvoll nickte.

Sie hatte immer Schauspielerin sein wollen, und Schauspielerin war sie geworden.

 

 

Poetische Lückenfüller #7

Da is` ne Leiche in der Disko,

doch die Tanzfläche, die bebt,

so, dass diese eine Leiche

weiter auf den Beinen steht.

 

Augen blicken starr ins Leer,

doch das Blitzlicht lässt sie springen,

während all die lauten Leute

ringsherum nur weiter singen.

Und war da nicht ein Zucken, 

hier im Nebel, hier im Dunkeln?

Ihr Gesicht scheint fast lebendig,

doch nur die Ohrringe, die funkeln.

Da is`ne Leiche in der Disko,

doch die Tanzfläche, die bebt,

so, dass diese eine Leiche

weiter auf den Beinen steht.

 

Gibt es irgendwen, der wartet

auf sie, deren Fleisch schon pellt?

Oder kennt sie nur die Masse, 

die auf ihren Schein `reinfällt?

Ja, ihr Dunst beginnt zu stinken,

doch es wird nicht registriert,

weil Vodka in so großen Mengen

irgendwann die Zeit einfriert.

Und der Beat ersetzt den Herzschlag

im Brustkorb voller Spinnenweben,

rupft an den feinen Seidensträngen

als wären es Gitarrenfäden.

Wer muss schon denken, wenn am Abend

alles sowieso verschwimmt

und einen eine blinde Masse

so sinnlos mit ins Treiben nimmt?

 

Da is`ne Leiche in der Disko,

sie ist dort schon die ganze Zeit,

ich kann sie von der Theke sehen

und ich glaub, sie tut mir leid.

 

Mal wieder ein kleines Gedicht, zur Abwechslung.

Eine schöne Woche! 🙂

Kaffeetassen und Bücherberge – Die Frankfurter Buchmesse 2019

Wie einige von euch vielleicht wissen, habe ich meinen eigentlichen Uploadtermin am Samstag ( zur Abwechslung einmal ) mit einer annehmbaren Entschuldigung verpasst: Anstatt zuhause an meinem Schreibtisch in die Tasten zu hauen, habe ich mich nämlich auf der Frankfurter Buchmesse herumgetrieben!

Die Messe besuche ich ja gewissermaßen „nur zum Spaß“, bin also nur zum Umschauen und Entdecken da, und nicht, um ernsthaft an meinem Profil als Autorin zu feilen, aber dennoch ist es auch in diesem Jahr wieder ein wirklich tolles Erlebnis gewesen, für das sich die Anreise gelohnt hat.

Das muss etwas heißen, denn die Anreise selbst war schon recht abenteuerlich: Meine Reisebegleitung, eine gute Freundin von mir, und ich mussten uns nicht nur um drei Uhr früh aus den Federn kämpfen, sondern dann auch leicht verwirrt über eine größtenteils dunkle Autobahn navigieren. Ein Hoch auf den Kaffee, den wir in weiser Voraussicht am Morgen noch in die Taschen gestopft hatten – und auf die Raststätten, an denen es immer Nachschub gab. 

Wir hatten uns schon vor Fahrtbeginn ein Parkhaus herausgepickt, dass wir anpeilen wollten – schön dicht am Messegelände. Angekommen sind wir dort allerdings nie, da wir vor Frankfurt dann doch den Schildern nach „Parkplatz Buchmesse“ folgten und erst zu spät bemerkten, dass wir eigentlich gar nicht da waren, wo wir hinwollten. Tickets hatten wir zu dem Zeitpunkt noch keine – wir hatten auf die ermäßigten Tickets, die uns unser Bundesfreiwilligendienst ermöglichen sollte, spekuliert. Zum Messegelände sind wir gelaufen. Und um diesbezügliche Fragen schon im Voraus zu beantworten: Ja, wir haben die Shuttlebusse gesehen. Nein, wir sind nicht eingestiegen und vor allem, ja, das war nicht unsere beste Idee, wie sich vor allem am Abend mit den vollen Taschen herausstellte. Nach einer guten halben Stunde und mehreren Meinungsverschiedenheiten mit Google Maps kamen wir aber trotzdem sicher an der Tageskasse an.

Die Messe selbst ist immer wieder umwerfend. Überall ist irgendetwas los, überall passiert etwas oder gibt es etwas zu sehen, man weiß gar nicht so richtig, wohin. Meine Begleitung und ich sind zunächst ein bisschen durch die Stände der Internationalen Aussteller in Halle vier oder fünf ( Wir hatten uns immer noch nicht richtig orientiert, und dass wir am Eingang einen Lageplan eingesteckt hatten, fiel uns erst kurz vor unserem zweiten Frühstück wieder ein) geschlendert, bis wir auf den Weg zu Halle drei stießen, wo wir dann auch den Vormittag und einen Teil des Nachmittags verbrachten. Das ist eines der Dinge, die mir an der Buchmesse so gefallen: Es ist gar nicht notwendig, sich vorher genau über Veranstaltungen zu informieren, man kann auch einfach durch die Gänge gehen sehen, was man findet. das ist auch genau das, was wir gemacht haben: Stände, die uns interessierten, wurden ein wenig genauer begutachtet, an einer Stelle ließ sich eine alte Druckerpresse ausprobieren und hier und da wurde man für eine Umfrage abgefangen – auch wenn weder ich, noch meine Freundin viel zu Schulplanern und Büchern von Instagram-Influencern sagen konnten.

Apropos Bücher: Am Ende des Tages hatte ich um einige mehr, als ich jemals eingeplant hatte. 

Wie man vielleicht erkennt, bin ich ganz unerwartet doch wieder meiner kleinen Phase mit den ganz alten Klassikern verfallen. Es ist ein wahres Wunder, dass ich nicht noch mehr dieser Schätze mit nach Hause geschleppt habe – und ein Glück, denn viel mehr hätte der Jutebeutel auch nicht fassen können.

Sagte ich übrigens, ich sei nur zum Spaß auf der Buchmesse gewesen? Die vielen Flyer diverser Anbieter und Autorenprogramme zwischen meinen Einkäufen sprechen eine andere Sprache. Jegliches Infomaterial, dass in ferner Zukunft einmal von Interesse sein könnte, wurde in der Tüte über meiner Schulter versenkt, auch wenn ich Programmen wie Papyrus nicht ganz so viel abgewinnen kann – das Plotten und die Charakterentwicklung mache ich lieber in meinem guten alten Notizbuch, da bin ich altmodisch. Viele Funktionen, gerade die, die Qualität der Texte verbessern sollen, klingen zwar unheimlich nützlich, aber nur dafür ist es mir dann um Einiges zu teuer.

In ein oder zwei Vorträge haben wir auch reingehört, unter anderem die Gedichtvorträge der Gewinner des Lyrix-Wettberwerbs, aber lange sind wir selten stehen geblieben. Vom Gastland Norwegen haben wir vor allem in unserer längeren Mittagspause in einem der Restaurants etwas mitbekommen. Wir hatten uns eine angebliche Spezialität bestellt, die trotz der gewöhnungsbedürftigen Farbe (grüner Kartoffelbrei….) ziemlich gut schmeckte.

 Ich habe zwar in den letzten Monaten wenig Zeit dazu, die Serien und Filmreihen, die mich interessieren, zu verfolgen, aber mit einem Bein steht man dann doch immer noch in seinen Fandoms drin, und so war für uns auch die Cosplayecke der Buchmesse ein Muss. Den ganzen Vormittag über hatten wir schon ein Cosplay-Bingo gespielt, bei dem wir die Charaktere, die wir in der Menge fanden, durchstrichen, und als dann endlich die Erste von uns ein Bingo erreicht hatte (Leider nicht ich), trauten wir uns auch dort hinüber. Der Bereich der Cosplayer war in diesem Jahr aber leider um Einiges kleiner als im letzten Jahr, und ziemlich überfüllt, sodass wir bald nach draußen flüchten mussten.

Meinem Empfinden nach ist das generell ein großes Problem auf der Messe: Der Platz. Selbstverständlich wird es eng, wenn viele Menschen eine Veranstaltung besuchen, aber in einigen Situationen kam es mir dann wirklich sehr viel vor. So fand beispielsweise am Stand des Droemer-Verlages eine Signierstunde mit Sebastian Fitzek statt, weswegen sich natürlich eine gewaltige Schlange bildete, die drei Standreihen weiter noch die Gänge verstopfte. Wo Leute stehen, ist es für alle anderen schwer zu gehen, und das kann unangenehm werden.

Nichtsdestotrotz habe ich eine sehr schöne Buchmesse erlebt, und ich freue mich auch wirklich schon auf das nächste Jahr. Am Ende des Ganzen möchte ich noch erwähnen, dass sowohl Kaffeemaschinen als auch die Rollbänder für Fußgänger, die zwischen den Hallen der Messe manchmal installiert sind, in die Kategorie „hervorragende Erfindungen gehören.

Eine wunderschöne Restwoche euch allen!

Immer den bunten Linien nach: Schneller ans Ziel mit mehr Vorarbeit?

Immer wieder passiert es mir: Das Schreiben geht flüssig von der Hand, alles scheint sich so zu entwickeln, wie es soll, aber dann, ganz plötzlich, bleibe ich stecken, als hätte sich mitten in meinen ach so tollen Überlegungen ein Loch mit Treibsand aufgetan. Ein kleines Detail in der Geschichte, dem ich vorher keine Beachtung geschenkt habe, stellt sich quer und sorgt für Logikfehler, oder ich hatte das ganze Szenario doch nur sehr vage in meinem Kopf ausgestaltet, grob skizziert gewissermaßen, so dass ich jetzt, wo ich es schreiben soll, gar nicht so richtig weiß, was damit anzufangen ist. Solche Situationen sind ärgerlich und halten mich oft auf, darüber hinaus habe ich das Gefühl, dass die Qualität des Endproduktes darunter leidet.

 Ich habe mir deswegen schon vor einiger Zeit vorgenommen, mehr Energie in meine Vorarbeit zu stecken (genau genommen ist das schon ein Jahr her… nach zu lesen hier) und, was soll ich sagen – ich habe mich jetzt endlich hingesetzt und angefangen, ein System auszutüfteln, von dem ich hoffe, dass es mir hilft, den Überblick zu behalten. Es ist erstmal nur ein kleiner Versuch an meinem Lieblings-Schreiblabor: Meinen Wattpadgeschichten, die in letzter Zeit wirklich unverhältnismäßig oft Erwähnung hier im Blog finden. Und da ich ja immer auch nach Themen für diese Seite suche dachte ich mir, ich lasse euch ein wenig daran teilhaben, wie sich diese neue Methode so für mich entwickelt und ob sie mir weiter hilft.

Grundsätzlich habe ich bereits angefangen, ein kleines System von Zeitstrahlen zu zeichnen: Einen für jeden Handlungsstrang, in verschiedenen Farben, um einen Überblick darüber zu haben, wie die verschiedenen Punkte miteinander in Verbindung stehen und sich gegenseitig bedingen. Ungefähr so:  

Danach plane ich, einen möglichst detaillierten Kapitelplan zu erstellen, in dem ich festlege, was genau in welchem Kapitel passieren soll. Damit hätte ich dann von vornherein ein Grundgerüst stehen und müsste es nur noch mit dem tatsächlichen Text verkleiden. Die Idee dabei ist, dass ich keine Zeit mehr darauf verwenden muss zu überlegen, wie ich von A nach B komme, sondern mehr Energie in das tatsächliche Schreiben stecken kann.

Ist das realistisch?

Ich weiß es noch nicht. Aber dafür sind wir ja schließlich hier, oder nicht? Zum ausprobieren!

Ich melde mich mit diesem Thema zurück, sobald ich ein bisschen damit gearbeitet habe!

Bis dahin, einen schönen Tag!

 

Herrenlose Bücherkisten oder was am Ende bleibt

Das Erste, was ich mir anschaue, wenn ich das Zimmer einer anderen Person zum ersten Mal betrete, ist oft das Bücherregal. Ganz unbewusst wandert mein Blick dorthin und scannt die Buchrücken nach bekannten Titeln ab. Was für einen Buchgeschmack hat diese Person? Gibt es da vielleicht etwas, dass ich selber auch lese? Passt das zueinander? Es ist fast wie ein Automatismus, der sich nun einmal so eingeschleift hat. Trotzdem habe ich über eine Sache nie viel nachgedacht: Was passiert mit den Büchern, die jemand nicht mehr im Schrank haben will?

In meinem Bundesfreiwilligendienst bin ich in letzter Zeit des Öfteren über Kisten voller Bücher, die von anderen Leuten abgegeben bzw. gespendet werden, gestolpert und ich dachte, dass ich ein paar Dinge, die mir so unter die Finger kommen, mal mit euch teilen wollte:

 

Alte Schätze

Immer wieder kommen mir beim Durchsehen der Bücher Exemplare einer Reihe unter, die ich selber gerne gelesen habe, als ich jünger war. Vor ein paar Tagen erst sind mir mehrere Bänder der „Fünf Freunde“ Reihe von Enid Blyton ins Auge gefallen, und schon vor einiger Zeit habe ich unter all den Seiten die beiden „Jim Knopf“ Bücher von Michael Ende ausgegraben, die ich zwar als Kind nur einmal gelesen hatte ( für meine Verhältnisse wirklich wenig), deren Geschichte mir aber auch durch die Fernsehserie sehr in Erinnerung geblieben war. Es ist ganz schön, diese alten Freunde noch einmal aufzuschlagen und ein paar Zeilen zu lesen, aber auch Schade – irgendjemand hat sie schließlich gerade aussortiert.

 

Unbekanntes

Immer wieder stoße ich auch auf Bücher, die ich nicht zuordnen kann, weil ihnen der Schutzeinband mit dem Cover fehlt oder kein Klappentext vorhanden ist. Wenn ich trotzdem wissen will, was sich darin verbirgt, lese ich normalerweise schnell in das erste Kapitel hinein. Das ist dann ein bisschen wie Buch-Roulette: Manchmal verbirgt sich hinter einem Einband, der sich weigert, irgendetwas über den Inhalt preis zu geben, eine alte Märchensammlung, die ich nur ungern wieder bei Seite lege, oder aber zäh fließender Text ohne jeden Entertainmentwert. Man weiß es nie.

 

Aussagekräftige Kombinationen.

Die Bücher werden meistens in größeren Mengen abgegeben, das bedeutet, dass die Bücher, die sich eine Kiste teilen, im Normalfall aus dem selben Haushalt stammen. Das ist in den meisten Fällen kaum auffällig – viele Kisten sind gut gemischt und enthalten verschiedene Richtungen, auch wenn in manchen die Groschenromane dann doch etwas zu stark vertreten sind für meinen Geschmack. Einige andere aber sind derart penetrant mit Büchern einer bestimmten Richtung gefüllt, dass ich mich frage: Wem hat das bitte vorher gehört? Eine der Kisten bestand beinahe ausschließlich aus Ratgebern darüber, wie man durch Egoismus ein glücklicherer Mensch wird. Ich meine, wer besitzt bitte so viele Lebensratgeber? Geht es der entsprechenden Person gut? Und vor allem, funktioniert es????

 

Die ganz schrägen Funde

Im Grunde gehört dieses kleine Beispiel immer noch zur oberen Kategorie. Da es mir aber so besonders im Gedächtnis geblieben ist, würde ich sie gerne noch einmal besonders hervorheben: Eine der Kisten ist beinahe ausschließlich mit alten Science-Fiction Büchern gefüllt. Das an sich fand ich schon interessant genug, da in diesen Büchern teilweise mit Technologien, über die wir selbst heute noch nicht verfügen, so „einfache“ Dinge wie die erste Mondlandung angestrebt werden. Ich fand es wirklich faszinierend, über diese Geschichten noch einmal von unserem heutigen Blickwinkel her drüber zuschauen. Viel spannender war dann aber noch, von wo die Bücher stammten: Fast alle der Bücher in der Kiste  wurden zur Zeit des kalten Krieges in Osteuropa geschrieben, was man ihnen auch deutlich anmerkte. Die politische Überzeugung war kaum hinter den Zeilen versteckt, vor allem, weil es ja in der Natur der Science-Fiction liegt, einen zukünftigen Punkt als Handlungszeitraum auszuwählen und diesen den eigenen Vorstellungen entsprechend zu gestalten – und für ein Buch aus der sowjetischen Einflusszone musste diese Zukunft vermutlich den Untergang des Kapitalismus und ein Aufleben des Kommunismus skizzieren. Die Bücher auf diesen politischen Komponente  hin zu untersuchen war beinahe genau so unterhaltsam, wie den erträumten technischen Fortschritt mit dem Tatsächlichen zu vergleichen. ( Der Geschichts-LK lässt sich wohl doch nicht so einfach abschütteln, die geistige Quellenkritik war schon geschrieben). Eine schräge Mischung, die mir so noch nicht untergekommen war, weil solche Bücher aus vielen verständlichen Gründen nicht im Buchhandel stehen.

Erst nach und nach bin ich beim Durchschauen auch auf Bücher, die auf Werken von amerikanischen Autoren wie Steven Spielberg beruhten, gestoßen. 

Bei dieser Kiste, genau wie bei der vorherigen, habe ich das Gefühl, dass diese Ansammlung von Büchern selbst eine Geschichte erzählen. Nicht die, die in ihren Seiten enthalten ist, sondern vielmehr, eine Geschichte von der Person die sie einmal besessen hat, die sich dazu entschied, diese spezielle Kombination an Büchern zu kaufen und in ihr Regal zu stellen, und die sie dann aber irgendwann wieder abtrat. Es ist wie der Blick ins Regal, den ich zu Anfang erwähnt hatte, nur, dass der Blick ins Regal eine Momentaufnahme ist und  diese abgegebenen Kisten wie ein verschlüsselter Flashback.

Sie erzählen uns etwas darüber, wer diese unbekannte Person war, zumindest für eine Zeit ihres Lebens. Nämlich zum Beispiel jemand, der aus irgendeinem Grund „Leitfäden zum Glück“ in großen Mengen besessen hat, jemand, der vielleicht mit viel Einsatz nach eben diesem Weg zum glücklichen Leben gesucht hat oder aber auch jemand, der sich einfach sehr für diese spezielle Thematik interessiert hat, möglicherweise aus wissenschaftlichem Interesse. 

Und manchmal, ja, manchmal könnten diese Kisten auch größere Bewegungen in der Gesamtgeschichte wiederspiegeln – wie etwa amerikanische Science-Fiction Bücher, die auf einmal in einem Meer von osteuropäischen Exemplaren desselben Genres auftauchen.

 

Aber wer weiß das schon? Ich sicher nicht. Ich blättere nur die Seiten zwischen alten Einbänden um und gerate ins Spekulieren. Aber ich hoffe, dass, wer immer diese Personen waren, sie glücklich mit ihren Büchern gewesen sind. Dass die Ratgeber geholfen haben, dass die Reisen der Kosmonauten und Astronauten, oder wie auch immer man sie nennen will, den Leser mitreißen konnten und ihr Geld wert waren, und dass all die alten Kinderbücher irgendwo jemanden genauso glücklich gemacht haben wie mich, als ich jünger war.

 

Und ich frage mich, was für eine Geschichte meine Bücherregale erzählen, wenn man sie eines Tages aus einem Haus herausschafft, in dem sie nicht mehr gebraucht werden.

 

 

 

Was erzählen eure Bücherregale, was denkt ihr? 

Eine schöne Woche!

 

 

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