Wie einige von euch vielleicht wissen, habe ich meinen eigentlichen Uploadtermin am Samstag ( zur Abwechslung einmal ) mit einer annehmbaren Entschuldigung verpasst: Anstatt zuhause an meinem Schreibtisch in die Tasten zu hauen, habe ich mich nämlich auf der Frankfurter Buchmesse herumgetrieben!

Die Messe besuche ich ja gewissermaßen „nur zum Spaß“, bin also nur zum Umschauen und Entdecken da, und nicht, um ernsthaft an meinem Profil als Autorin zu feilen, aber dennoch ist es auch in diesem Jahr wieder ein wirklich tolles Erlebnis gewesen, für das sich die Anreise gelohnt hat.

Das muss etwas heißen, denn die Anreise selbst war schon recht abenteuerlich: Meine Reisebegleitung, eine gute Freundin von mir, und ich mussten uns nicht nur um drei Uhr früh aus den Federn kämpfen, sondern dann auch leicht verwirrt über eine größtenteils dunkle Autobahn navigieren. Ein Hoch auf den Kaffee, den wir in weiser Voraussicht am Morgen noch in die Taschen gestopft hatten – und auf die Raststätten, an denen es immer Nachschub gab. 

Wir hatten uns schon vor Fahrtbeginn ein Parkhaus herausgepickt, dass wir anpeilen wollten – schön dicht am Messegelände. Angekommen sind wir dort allerdings nie, da wir vor Frankfurt dann doch den Schildern nach „Parkplatz Buchmesse“ folgten und erst zu spät bemerkten, dass wir eigentlich gar nicht da waren, wo wir hinwollten. Tickets hatten wir zu dem Zeitpunkt noch keine – wir hatten auf die ermäßigten Tickets, die uns unser Bundesfreiwilligendienst ermöglichen sollte, spekuliert. Zum Messegelände sind wir gelaufen. Und um diesbezügliche Fragen schon im Voraus zu beantworten: Ja, wir haben die Shuttlebusse gesehen. Nein, wir sind nicht eingestiegen und vor allem, ja, das war nicht unsere beste Idee, wie sich vor allem am Abend mit den vollen Taschen herausstellte. Nach einer guten halben Stunde und mehreren Meinungsverschiedenheiten mit Google Maps kamen wir aber trotzdem sicher an der Tageskasse an.

Die Messe selbst ist immer wieder umwerfend. Überall ist irgendetwas los, überall passiert etwas oder gibt es etwas zu sehen, man weiß gar nicht so richtig, wohin. Meine Begleitung und ich sind zunächst ein bisschen durch die Stände der Internationalen Aussteller in Halle vier oder fünf ( Wir hatten uns immer noch nicht richtig orientiert, und dass wir am Eingang einen Lageplan eingesteckt hatten, fiel uns erst kurz vor unserem zweiten Frühstück wieder ein) geschlendert, bis wir auf den Weg zu Halle drei stießen, wo wir dann auch den Vormittag und einen Teil des Nachmittags verbrachten. Das ist eines der Dinge, die mir an der Buchmesse so gefallen: Es ist gar nicht notwendig, sich vorher genau über Veranstaltungen zu informieren, man kann auch einfach durch die Gänge gehen sehen, was man findet. das ist auch genau das, was wir gemacht haben: Stände, die uns interessierten, wurden ein wenig genauer begutachtet, an einer Stelle ließ sich eine alte Druckerpresse ausprobieren und hier und da wurde man für eine Umfrage abgefangen – auch wenn weder ich, noch meine Freundin viel zu Schulplanern und Büchern von Instagram-Influencern sagen konnten.

Apropos Bücher: Am Ende des Tages hatte ich um einige mehr, als ich jemals eingeplant hatte. 

Wie man vielleicht erkennt, bin ich ganz unerwartet doch wieder meiner kleinen Phase mit den ganz alten Klassikern verfallen. Es ist ein wahres Wunder, dass ich nicht noch mehr dieser Schätze mit nach Hause geschleppt habe – und ein Glück, denn viel mehr hätte der Jutebeutel auch nicht fassen können.

Sagte ich übrigens, ich sei nur zum Spaß auf der Buchmesse gewesen? Die vielen Flyer diverser Anbieter und Autorenprogramme zwischen meinen Einkäufen sprechen eine andere Sprache. Jegliches Infomaterial, dass in ferner Zukunft einmal von Interesse sein könnte, wurde in der Tüte über meiner Schulter versenkt, auch wenn ich Programmen wie Papyrus nicht ganz so viel abgewinnen kann – das Plotten und die Charakterentwicklung mache ich lieber in meinem guten alten Notizbuch, da bin ich altmodisch. Viele Funktionen, gerade die, die Qualität der Texte verbessern sollen, klingen zwar unheimlich nützlich, aber nur dafür ist es mir dann um Einiges zu teuer.

In ein oder zwei Vorträge haben wir auch reingehört, unter anderem die Gedichtvorträge der Gewinner des Lyrix-Wettberwerbs, aber lange sind wir selten stehen geblieben. Vom Gastland Norwegen haben wir vor allem in unserer längeren Mittagspause in einem der Restaurants etwas mitbekommen. Wir hatten uns eine angebliche Spezialität bestellt, die trotz der gewöhnungsbedürftigen Farbe (grüner Kartoffelbrei….) ziemlich gut schmeckte.

 Ich habe zwar in den letzten Monaten wenig Zeit dazu, die Serien und Filmreihen, die mich interessieren, zu verfolgen, aber mit einem Bein steht man dann doch immer noch in seinen Fandoms drin, und so war für uns auch die Cosplayecke der Buchmesse ein Muss. Den ganzen Vormittag über hatten wir schon ein Cosplay-Bingo gespielt, bei dem wir die Charaktere, die wir in der Menge fanden, durchstrichen, und als dann endlich die Erste von uns ein Bingo erreicht hatte (Leider nicht ich), trauten wir uns auch dort hinüber. Der Bereich der Cosplayer war in diesem Jahr aber leider um Einiges kleiner als im letzten Jahr, und ziemlich überfüllt, sodass wir bald nach draußen flüchten mussten.

Meinem Empfinden nach ist das generell ein großes Problem auf der Messe: Der Platz. Selbstverständlich wird es eng, wenn viele Menschen eine Veranstaltung besuchen, aber in einigen Situationen kam es mir dann wirklich sehr viel vor. So fand beispielsweise am Stand des Droemer-Verlages eine Signierstunde mit Sebastian Fitzek statt, weswegen sich natürlich eine gewaltige Schlange bildete, die drei Standreihen weiter noch die Gänge verstopfte. Wo Leute stehen, ist es für alle anderen schwer zu gehen, und das kann unangenehm werden.

Nichtsdestotrotz habe ich eine sehr schöne Buchmesse erlebt, und ich freue mich auch wirklich schon auf das nächste Jahr. Am Ende des Ganzen möchte ich noch erwähnen, dass sowohl Kaffeemaschinen als auch die Rollbänder für Fußgänger, die zwischen den Hallen der Messe manchmal installiert sind, in die Kategorie „hervorragende Erfindungen gehören.

Eine wunderschöne Restwoche euch allen!

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