Zwar ist das erste Band meiner Reihe noch nicht einmal veröffentlicht, aber seit der Fertigstellung der ersten Entwürfe ist mittlerweile doch schon einiges an Zeit vergangen.

Damit der kreative Teil des Schreibens in dieser Zeit, in der ich hauptsächlich mit Rechtschreibkontrollen und Ähnlichem beschäftigt war, nicht vollkommen einrostete, begann ich schon nach einigen Monaten, zumindest häppchenweiße, am zweiten Band zu schreiben.

Zunächst lief alles noch ganz gut: Ich hatte mich schon vorher, während ich den ersten Teil schrieb, mit der Frage beschäftigt, wie ich den zweiten eröffnen sollte und wie die beiden Bücher zusammenhingen, die ersten Kapitel existierten sogar schon beinahe vollständig ausformuliert in meinem Kopf. Ich musste es eigentlich nur noch zu Papier bringen.

Aber dann, nach und nach, traten Probleme auf: Ich hatte mich jahrelang sehr auf die Handlung des ersten Buches konzentriert und dabei nur ein grobes Gedankengerüst, eine ungefähre Idee von den Folgebändern erstellt. Immer öfter stieß ich auf Lücken in meiner Geschichte, die Überleitungen zwischen einzelnen Handlungssträngen fehlten.

Ich habe normalerweise immer einen Plan beim schreiben, dem ich aber nur ungefähr folge, weil ich der festen Ansicht bin, das eine Geschichte am natürlichsten wird, wenn sie sich von selbst entwickelt und die Ereignisse aus sich selbst heraus entstehen und nicht nur passieren, damit der Plan des Autoren aufgeht, aber hier geriet ich ins Stocken.

Ein zusätzliches Problem ergab sich beim Schreiben für mich daraus, dass seit der letzte Begegnung, die ich mit meinen Charakteren hatte, zumindest aus deren Sicht, einiges an Zeit vergangen war. Sie selbst und auch ihre Beziehungen untereinander hatten sich weiter entwickelt, nach dem Ende des ersten Bandes. Es dauerte einige Zeit, bis sie sich wirklich wieder wie „meine“ Charaktere anfühlten. In der Zwischenzeit hatte ich das groteske Gefühl, eine Fanfiction zu meiner eigenen Geschichte zu schreiben, vor allem, wenn es um Interaktionen der Charaktere untereinander ging.

Für einige dieser Probleme habe ich Lösungsansätze gefunden: Um Lücken in der Handlung zu füllen, begann ich, mir ein Schaubild aufzumalen, um meine Gedanken besser ordnen zu können. Manchmal hilft es, solche Dinge bildlich vor sich zu sehen. 

Als erstes schrieb ich die beiden Situationen auf, zwischen denen ich überbrücken wollte, dann versuchte ich, eine sinnvolle Hinleitung von der einen zur anderen zu finden. Welchen Grund könnten meine Charaktere haben, eine solche Situation herbeizuführen? Wenn Zeit dazwischen lag, wie könnten sie diese Nutzen? Gab es vielleicht noch andere Handlungsstränge, denen in dieser ungenutzten Zeit mehr Raum zur Entfaltung gegeben werden könnte? Gab es eine Möglichkeit, das zukünftige Ereignis schon vorher anzudeuten und es so besser in die Geschichte zu integrieren?

Aus den Ideen, die aus diesen Fragen erwuchsen, erstellte ich dann eine Mindmap und suchte mir die sinnvollsten Einfälle heraus, kombinierte sie miteinander und begann dann, sie mit Details auszuschmücken.

Ein weiterer weißer Fleck war von meinem Fahrplan zum ersten Entwurf  verschwunden.

 

Wie sieht es mit euch aus? Wenn ihr selber schreibt, habt ihr auch manchmal mit Schreibblockaden, egal, aus welchen Gründen zu kämpfen, und was tut ihr dagegen? Ich würde mich über eure Erfahrungen freuen!

Ansonsten eine schöne Woche euch!

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